Die Spagyrik ist eine ganzheitlich medizinische Behandlungsmethode, deren geschichtliche Wurzeln bis in die Renaissance zurückreichen. Unsere Autorin Svenja Frenzel verschafft uns hier einen Überblick über die Prinzipien, das alchemistische Herstellungsverfahren und die Mischungen bei Stoffwechselstörungen bzw. -erkrankungen der Spagyrik nach PHYLAK.
Als ein ganzheitliches Naturheilverfahren betrachtet die Spagyrik den Menschen als Einheit aus Geist, Seele und Körper. Dieses philosophische Prinzip findet sich in der Pflanze als arzneilicher Wirkstoffträger wieder: Mineralstoffe und Spurenelemente entsprechen dem SAL-Prinzip, das für den Körper steht und der Materie im eigentlichen Sinne. Die ätherischen Öle und verwandte, in der Pflanze angelegte Substanzen entsprechen dem SULFUR-Prinzip, das für die Seele und das Bewusstsein steht. Und letztendlich entsprechen die Kohlenhydrate der Pflanze dem Mercurius-Prinzip, stehend für den Geist und die Lebenskraft, das Flüchtige und das Ätherische. Durch die spagyrische Aufbereitung der Pflanzen agieren die Essenzen und Mischungen in einem ausgewogenen Verhältnis auf allen drei Ebenen.
Ursprünge der Spagyrik
Der Begriff Spagyrik leitet sich von den griechischen Wörtern spao = trennen, reinigen und ageiro = vereinen, zusammenführen ab. Er wird erstmalig vor ca. 500 Jahren von Paracelsus (1493 1541), Sohn eines Arztes und einer der bekanntesten Alchemisten seiner Zeit, als angewandte Methode der Alchemie zur Herstellung von Arzneimitteln erwähnt. Man geht davon aus, dass er der Begründer der Spagyrik ist. Dr. Carl Friedrich Zimpel (1801–1879), ein Homöopath, der mit einer Sondergenehmigung des Staatsministeriums von der medizinischen Fakultät 1849 promoviert wurde, übernahm das Werk von Paracelsus und verbrachte viele Jahre seines Lebens…






