Wie sich die Lage am Persischen Golf entwickeln wird, ist derzeit nicht absehbar. Doch China ist bereits auf dem Sprung in eine wasserstoffbasierte Energieversorgung, die alle düsteren Szenarien relativiert. Der Ökonom Prof. Franz Hörmann legt im Interview dar, warum sich schon sehr bald vieles zum Guten wenden könnte.
raum&zeit: Herr Professor Hörmann, warum wurde Ihrer Meinung nach der Krieg am Persischen Golf begonnen?
Prof. Franz Hörmann: Da gibt es verschiedene Ebenen. Oberflächlich betrachtet ist es die alte Feindschaft zwischen den USA/Israel und dem Iran, der eine regionale Macht-Stellung beansprucht. Es gibt aber noch tiefere Gründe, beispielsweise das Bestreben sogenannter Endzeitsekten wie die jüdische Chabad Lubawitsch oder die evangelikalen Christen. In den einschlägigen Schriften wird der Endkampf zwischen Juden und Moslems im Nahen Osten, der letztlich zu einem Atomkrieg führen soll, prophezeit, weil dann der Erlöser wiederkommen soll. So wie sich die Situation momentan allerdings entwickelt hat, spielt vielleicht noch ein weiterer Grund mit. Wobei man sagen muss, dass ursprüngliches Kriegsziel und spätere Entwicklungen divergieren können und zu einem ganz anderen Resultat führen. Der Auslöser für den Krieg mag von den Endzeitsekten unterstützt worden sein, dann traten aber andere Kräfte auf und lenkten das Geschehen in eine unerwartete Richtung, die vielleicht sogar zu einer Befreiung der Menschheit von der künstlichen Energieknappheit führt.
r&z: Das müssen Sie jetzt aber erläutern!
China bereits energieautark?
F. H.: Mainstream-Medien berichten ständig, China habe massive Probleme mit der Ölversorgung. 70 Prozent seines Ölbedarfs müsse importiert werden. Nachdem der Iran die Straße von Hormus selektiv für Schiffe aus feindlichen Ländern gesperrt hatte, haben die Amerikaner kurzerhand die Straße für alle gesperrt. Also entweder alle kommen durch oder keiner. Dadurch sollte China unter Zugzwang gesetzt werden in dem Kalkül, dass die Chinesen ihrerseits Druck auf den Iran ausüben, die selektive Blockade aufzuheben. Doch dann kam eine Meldung durch, dass ein chinesisches Unternehmen namens Carbonology eine Technik entwickelt hat, um aus Luft und Meerwasser unbegrenzt Methanol zu produzieren, sodass China damit faktisch energieautark ist und auf Importe aus dem Ausland nicht mehr angewiesen ist. Es geht dabei um die Synthese von Kohlenwasserstoffen. Das schließt ein, dass man auch sämtliche Kunststoff- und weitere erdölbasierte Produkte ebenfalls damit herstellen kann.
r&z: China wäre dann vollkommen unabhängig vom Öl?
F. H.: Richtig. Und das ist ein Leuchtturmprojekt für die Menschheit, denn es geht um freie Energie. Genaugenommen ist das Verfahren schon längst bekannt. Es gibt einen Vortrag von Klaus Volkamer (verst. 2022), in dem er die Formel dafür, wie man aus CO2 und Wasser Methanol herstellen kann, an die Tafel schreibt. Methanol ist nach Erdöl die zweithäufigst transportierte Flüssigkeit und wird hauptsächlich von der Kunststoffindustrie verwendet. Eine weitere chinesische Firma, Sinopec, eines der größten Raffinerieunternehmen in China, hat ihre Produktion bereits vorbereitet auf variable Produktionsmöglichkeiten. Die können jederzeit auf diese Methanolsynthese umstellen. Wahrscheinlich wird es ein fließender Übergang.
r&z: Wird die Erdölindustrie das nicht bekämpfen?
Ein neues Spiel beginnt
F. H.: Wenn China und vermutlich weitere Staaten wie Indien das bereits machen, dann hat der Westen keine Chance mehr, als nachzuziehen. Sonst können wir überhaupt nicht mehr mitspielen in der Weltwirtschaft. Das ist das Spiel, das jetzt gespielt wird.
r&z: Kann man mit dieser neuen Technik auch Ammoniak herstellen nach dem Haber-Bosch-Verfahren? Dann wäre ja die derzeit viel beschworene Hungersnot als Folge der Blockade vom Tisch.
F. H.: …
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