Entzündungen

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Körperliche oder mentale Abwehr

Artikelnummer: th-45-18 Kategorien: ,

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Wie behaupten wir uns am besten gegen Erreger? Ruediger Dahlke zeigt zwei Wege auf: Der von der Schulmedizin verfolgte ist ein Weg des Kampfes auf körperlicher Ebene. – Alternativ dazu gibt es den ganzheitlichen Weg, sein Leben ‚in Angriff zu nehmen‘ und sich von ihm ‚erregen‘ zu lassen. Wer sich den vielen täglich eintreffenden Impulsen auf integrierte Weise stellt, hält auch seinen Körper stark.

Entzündungen begleiten Menschen wohl von Anfang an und tun es weiterhin. Schon kleinste Wunden entzünden sich, weil alles voller Keime und Erreger ist. Auch für Schulmediziner gibt es heute nicht mehr den geringsten Zweifel, dass alles in und um uns belebt ist – durch ein unvorstellbar großes Heer von Mikroorganismen.

Zwar wird immer mal wieder der Sieg gegen Infektionen oder ihre Erreger gemeldet, aber angesichts COVID-19 dürfte das endgültig vom Tisch sein. Die großen Seuchen der Menschheitsgeschichte, Pest und Cholera, sind hoffentlich Geschichte. Aber in meiner kurzen College-Zeit in den USA gab es dort einen Ausbruch von Lungenpest, von der Presse komplett ignoriert – wohl weil so gar nicht ins Bild der Zeit passend. Damals herrschte Krieg, wenn auch kalter, zwischen den beiden großen K-Gruppen, Kommunisten und Kapitalisten. Der heiße Krieg aber ging in den Körpern weiter und Antibiotika bescherten der Medizin tatsächlich beeindruckende Teil-Siege.

Hygiene beendete Pest und Cholera

Ein kurzer Rückblick mag vor Wiederholung alter Fehler warnen. Wer hat es schon nötig, die gleichen Fehler zweimal zu machen? Zu Pest-Zeiten wusste niemand, was hinter den Ausbrüchen steckte, die Millionen dahinrafften. Die katholische Kirche nutzte die Gunst der Stunde und instrumentalisierte die Pest für die Inquisition, indem sie unliebsame ZeitgenossInnen für deren Ausbreitung verantwortlich machte. Dadurch konnte sie sich fast beliebig viele Kritiker und Widersacher, wie vor allem die weisen Kräuterfrauen, vom Halse schaffen und obendrein schwerst reich werden. Beschenkte sie doch jeden Denunzianten mit 10 Prozent des Vermögens des Denunzierten, die übrigen 90 Prozent behielt sie. Das war damals weltweit die erfolgreichste Geschäftsidee. Der Film „Gefährliche Schönheit – die Kurtisane von Venedig“ schildert das berührend.

Mutige Pest-Ärzte hüllten sich in Wolken von Tabak-Qualm und widerstanden so dem Schwarzen Tod. Das war wirksam, aber reine Erfahrungs-Medizin und noch gänzlich unwissenschaftlich. Die Ratten wurden erst viel später als Transporteure der Flöhe, die wiederum als Überträger des Pest-Erregers Pasteurella pestis fungierten, entlarvt. Da kein Tier das Alkaloid des Tabaks, den Fraßschutz Nikotin, mag, setzten Rattenflöhe nicht auf in Tabakdunst gehüllte Pestärzte über. Das verschaffte Tabak für lange Zeit großen Ruhm in der Medizin. Er galt als Allheilmittel, Panaceum. In Nobel-Internaten wie Eaton, mussten die Schüler aus medizinischen Gründen vor dem Unterricht Tabak inhalieren.

Heute wissen wir es besser. Aber der Sieg gegen die Pest gelang nicht durch die Vernichtung der Erreger mit Medizin und Impfungen, deren Zeit war noch längst nicht gekommen. Rettung brachte die Sanierung der Städte mittels Hygiene und das somit erreichte weitgehende Zurückdrängen der Ratten.

Die Cholera besiegte Max von Pettenkofer in München durch die Sanierung des Frisch- und Abwasser-Systems und nicht durch Kampf gegen ihre Erreger, von denen er noch nichts wusste. Anders gesagt, zunehmende Hygiene besiegte die großen Seuchen, indem sie ihnen das Terrain verdarb. In modernen Hygiene-Instituten ist das längst vergessen.

Kriegstreiber gegen Erreger

Seit Robert Koch und Louis Pasteur die Bakteriologie begründeten, Alexander Flemming durch Zufall Penicillin entdeckte und Edward Jenner das Impfen erfand, ist die Schulmedizin fixiert auf Krieg gegen Erreger, Jagd auf neue Antibiotika und Hoffnung auf Impfungen.

Wobei die Kontroverse in der Medizin zwischen dem Kampf gegen Erreger und der Terrain-Sanierung nie aufgehört hat.

Louis Pasteur rang sein Berufsleben lang mit den Professoren Antoine B champ und Claude Bernard, Anhängern der Terrain-Sanierung. Erst auf dem Totenbett gestand er seinen Irrtum und wiederholte B champs berühmten Satz „Le germe n´est rien, le terrain c´est tout“ (dt. Übers.: „Der Erreger ist nichts, das Terrain ist alles.“) Für die Medizin kam das allerdings zu spät. Sie blieb Pasteurs Fehleinschätzung verpflichtet. Selbst als 1964 hinterlassene Schriften offenbarten, dass er seine „wissenschaftlichen“ Ergebnisse gefälscht hatte und der Sieg seiner Theorie auf Wissenschaftsbetrug beruhte sowie seinem Reichtum als Adliger, blieb die Wissenschaft seiner Fehleinschätzung treu…

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