GAIA-Medizin

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Die Überlebensstrategie für unseren Planeten und unsere Gesundheit

Artikelnummer: rz-263-02 Kategorien: ,

Chronische Erkrankungen nehmen zu – und mit ihnen die Zweifel an einem rein symptomorientierten Gesundheitssystem. Christian Appelt stellt mit der „GAIA-Medizin“ einen Ansatz vor, der den Menschen wieder als Teil eines lebendigen planetaren Netzwerks begreift. Gesundheit entsteht demnach nicht isoliert im Körper, sondern in der Verbindung mit Natur, Umwelt und sozialen Lebensräumen.

Wir leben in einer Zeit, in der unser Gesundheitswesen neu gedacht werden muss, denn die Kosten drohen überhandzunehmen. Die Frage lautet: Reicht unser schulmedizinisches System, welches primär auf Erkennen und Bekämpfen von Krankheit ausgerichtet ist, aus, um den steil anwachsenden chronischen und zivilisatorischen Gesundheitskrisen unserer Zeit zu begegnen? Aktuelle Zahlen weisen auf das Gegenteil hin. Allein zwischen 2010 und 2016 sank in Deutschland ein damals wichtiger Kennwert, die Gesundheitsspanne, von 65 auf unfassbare 56 Lebensjahre. Man hat seit dem Jahr 2018 die öffentliche Verkündung dieser Kennzahl untersagt und andere Koeffizienten (QALY und DALY) eingeführt, welche die prekäre Lage in dieser Klarheit nicht darstellen. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt…

Verbindung als Lebensgrundlage

Eins steht fest: Unsere modernen Gesundheitsprobleme entstehen in einer Vernetzung von Themen. Bewegungsmangel, Ernährung, Stress, Schlaf, soziale Entwurzelung, Umweltgifte, Mikrobiomverluste, oxidativer, inflammatorischer und metabolischer Stress, Erschöpfung, Verlust natürlicher Rhythmen. Klar geworden ist längst, dass der Mensch keine Maschine oder ein hydraulisches Gebilde im Sinne von René Descartes und Julien Offray de La Mettrie darstellt. Er ist auch mehr als ein Organbeutel voller austauschbarer Komponenten, wie es sogenannte Transhumanisten gern im Hinblick auf lukrative Organspendegeschäfte behaupten. Letztlich lassen sich die modernen Erkenntnisse als ein „Zurück zu unseren Wurzeln“ begreifen. Nichts davon ist neu. Neu ist lediglich die Formulierung in Worten unserer modernen Zeit. Und da zeigt sich: Jeder Mensch ist ein offenes, sich selbst organisierendes und regulierendes System und steht in lebensnotwendiger Beziehung zu seiner Umwelt. Zerreißt diese Verbindung, dann ist Gesundheit unmöglich.

In diesem Zusammenhang kommt die GAIA-Medizin ins Spiel. Ihr Ausgangspunkt ist einfach und radikal: Der Mensch kann mit Blick auf die Gesundheit nicht verstanden werden, wenn man ihn vom Planeten Erde trennt. Gesundheit ist nämlich nicht nur ein innerkörperliches Ereignis, sondern Ausdruck lebendiger Beziehung zur Nahrung, zum Wasser, zur Atemluft, zu Mikroorganismen, zu Rhythmen, zu Landschaften, zu sozialen Feldern, zu Sinn, zu Licht, Dunkelheit und Jahreszeiten. Jeder Organismus ist lokaler Ausdruck unserer irdischen Biosphäre und des stimmigen Umgangs mit den vorgegebenen Parametern. Wer dagegen ankämpfen will, wählt den Weg der Degeneration. Die klassische Regulationsmedizin hat diese Gedanken vorbereitet. Gesundheit erscheint aus ihrer Sicht als sich selbst organisierende und steuernde Regulation. Krankheit ist Ausdruck einer gestörten Selbststeuerung. Bereits dieser Blickwinkel markiert einen entscheidenden Perspektivwechsel: Der Körper ist ein hochintelligenter Prozessraum mit einem Stoffwechsel, welcher Unterstützung seitens der Biosphäre, Nährstoffe, Rhythmus und Orientierung benötigt.

Die planetare Ebene

Die GAIA-Medizin erweitert nun diese Sicht auf die planetare Ebene. Sie fragt zum einen: Wie ist der Mensch an die Biosphäre angekoppelt und was geschieht, wenn …

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