Gesunder Darm

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Die Bedeutung des Mikrobioms für lokale und systemische Erkrankungen

Artikelnummer: th-37-11 Kategorien: ,

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„Alle Krankheiten beginnen im Darm.“ Diese Feststellung von Hippokrates wird aus gutem Grund oft zitiert: Denn seit über 2000 Jahren bestätigen medizinische Forschung und Praxis, dass der Darm die allgemeine Gesundheit, aber auch die Entstehung vieler Krankheiten tiefgreifend beeinflusst. Neuere Studien zeigen sogar, dass auch chronische neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Morbus Alzheimer mit einer entgleisten Darmgesundheit in Verbindung stehen.

Basisstation des Immunsystems

Der Darm ist Zentralorgan für wichtige Stoffwechselvorgänge und hat mit dem lymphatischen Gewebe in der Darmwand (GALT: Gut Associated Lymphatic Tissue) den größten Anteil an unserem Immunsystem (circa 70 Prozent). Eine gute Darmfunktion ist deshalb grundlegend für unsere Gesundheit und Vitalität, denn hiervon hängt die lebenswichtige Funktion vieler Organe ab. Wir sprechen viel über die richtige Ernährung und Diäten, vergessen aber oft die Wichtigkeit und Funktion des Darmes und seiner bakteriellen Besiedlung. Mit seiner großen Oberfläche, der spezifischen Flora (Mikrobiota) und seinem Immunsystem ist der Darm jedoch nicht nur für die Aufnahme und Bildung von Nährstoffen, sondern auch für die Eliminierung von Stoffwechselendprodukten wichtig.

Mehr Mikroorganismen als Körperzellen

Für die ungestörte Funktion des Darmes mit seiner über 300 Quadratmeter großen Oberfläche sind besonders Mikroorganismen bzw. Mikrobiota notwendig. Deren Zahl ist zehnmal höher als die Anzahl unserer Körperzellen. Ist das harmonische Gleichgewicht zwischen Darm und seiner Bakterienflora und damit die Symbiose zwischen Wirt und Bakterienwelt gestört, kommt es zu einer Fehlbesiedlung des Darms und damit zu einer Dysbiose. Dann können Bakterien den Darm besiedeln, die sich dort normalerweise nicht befinden sollten. Das führt zu Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten. In der Folge treten nicht nur lokale Entzündungsreaktionen auf, sondern es werden auch verschiedene Giftstoffe (Endotoxine) gebildet und nicht mehr richtig abgebaut und ausgeschieden.

Zweites Gehirn

Besonders im vergangenen Jahrzehnt begann man, sich in den Untersuchungen der Verdauungsgesundheit und der Immunfunktion immer mehr auf das Darmmikrobiom zu konzentrieren. Dabei erkannte man, dass dieses weitläufige Ökosystem nicht nur großen Einfluss auf die lokale Verdauungsfunktion ausübt, sondern dass es auch als Teil des bidirektionalen Kommunikationsnetzes fungiert, welches das Gehirn mit dem Immun- und Hormonsystem verbindet. In Folge dieser Erkenntnisse bezeichnet man das Darmmikrobiom sogar als zweites Gehirn. Entzündungen im Verdauungstrakt haben Einfluss auf den gesamten Körper und viele systemische Erkrankungen, die an ganz anderen Stellen im Körper auftreten können, werden von dort getriggert. Probiotika, also Bakterien einer gesunden Darmflora, kommt deshalb ein einzigartiges Potenzial zu, diese eventuell fatale Ereigniskette positiv zu beeinflussen: Sie können die Dysbiose im Darm korrigieren, sodass die systemische Entzündung oder Krankheit positiv beeinflusst wird.

Was macht unseren Darm krank?

Medikamente, Desinfektionsmittel oder Umweltgifte wie Glyphosat leisten einen großen Beitrag zur allgemeinen Darmproblematik. Aber auch die moderne westliche Ernährung, die überwiegend aus raffinierten, denaturierten und chemisch bearbeiteten Lebensmitteln besteht, spielt eine große Rolle. Wussten Sie beispielsweise, dass unser Brot circa 200 chemische Hilfsstoffe enthält und wir bei einem durchschnittlichen Brotkonsum jährlich drei bis vier Kilo von diesen aufnehmen? Dass unsere Nahrung darüber hinaus reich an ungesunden Fetten und arm an Ballaststoffen ist, trägt ebenfalls dazu bei, Darmprobleme noch zu verschärfen. Auch hastiges Essen, schlechtes Kauen und kranke Zähne wirken sich negativ auf die Gesundheit des Darmes aus. Die Einnahme chemischer Medikamente wie Antibiotika, Schmerz- und Rheumamittel oder der Antibabypille verändern und ruinieren die Darmflora langsam. Eine chronische Belastung mit toxischen Metallen wie Amalgam (Quecksilber), Aluminium, Cadmium etc. wirkt sich nicht nur folgenschwer auf das Darmmilieu, sondern schließlich auf unsere gesamte Gesundheit und Vitalität aus. Nicht zu unterschätzen sind auch der Einfluss von psychischen Belastungen, Stress und Bewegungsmangel.

Das Leaky Gut Syndrom

In der Folge kann die Darmschleimhaut Schädigungen davontragen. Wird sie an einigen Stellen porös, so sprechen wir vom Leaky Gut Syndrom. Nahrungsbestandteile, Giftstoffe und Stoffwechselendprodukte, die eigentlich ausgeschieden werden sollten, können jetzt in den Körper und in die Blutbahn eindringen: Die natürliche Barriere ist durchlässig geworden. Dies kann nicht nur mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, Allergien und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen einhergehen, sondern auch mit anderen sehr ernsten Erkrankungen, auf die ich an späterer Stelle näher eingehen werde. Die Toxine und Stoffwechselendprodukte im Körper belasten darüber hinaus das Immunsystem, unser Binde- und Stützgewebe sowie Organe wie die Leber, das Gehirn und die Nieren. In der Folge befindet sich der Organismus in einem permanenten unterschwelligen Vergiftungs- und Entzündungszustand ….

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