Krank vor Sorge

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Screening, Früherkennung und Vorsorgeuntersuchungen

Artikelnummer: sp-5-02 Kategorien: ,

Krieg, Konflikte und verstärkt auch Krankheiten in den Medien. Fast immer versehen mit dem Hinweis auf Vorsorgemaßnahmen. Doch schaden sie vielleicht sogar mehr als sie nützen? Unser Autor Thomas Hein begibt sich auf Spurensuche.

„Krank durch Vorsorge“ könnte zu einem neuen geflügelten Wort werden. Nicht nur, dass Sich-Sorgen-Machen wegen des Einflusses der Psyche auf unsere Gesundheit bekanntermaßen krank macht, auch die Vorsorgeuntersuchungen selbst haben massiven Einfluss auf die Gesundheit.

Vorsorgeuntersuchungen auf dem Prüfstand

Die Darmspiegelung gilt seit Jahrzehnten als das Nonplusultra der Krebsprävention. Ärzte preisen sie als Goldstandard. Massive Werbekampagnen rufen dazu auf. 2023 gab es in Deutschland über 600 000 solcher Eingriffe. Die Koloskopie gehört in Deutschland zur kostenlosen Altersvorsorge. Die „Nordic-European Initiative on Colorectal Cancer“ (NordICC) veröffentliche im Jahre 2022 jedoch eine Studie, die den Nutzen stark in Frage stellt. Die Studie hatte über 84 000 Teilnehmer. Nach zehn Jahren zeigte sich ein eindeutiges wie verblüffendes Ergebnis: Das Risiko, an Darmkrebs zu sterben, lag in der Koloskopie-Gruppe bei 0,28 Prozent und in der Kontrollgruppe bei 0,31 Prozent. Heißt, das allgemeine Sterberisiko unterscheidet sich in beiden Gruppen praktisch nicht: 11,03 zu 11,04 Prozent.

Checks im Check

Eine große Review der Cochrane-Gesellschaft, bei der 17 Studien mit insgesamt über 250 000 Teilnehmern zusammengefasst wurden, kommt zu dem brisanten Ergebnis, dass die allgemeinen, ab 35 Jahren empfohlenen Gesundheits-Checks bei symptomfreien Erwachsenen weder zu geringeren Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weder zu weniger Krebsfällen noch insgesamt zu einer geringeren Gesamtsterblichkeit führen. Im Gegenteil: Einzelne Studien zeigten sogar mehr Todesfälle in den Gesundheits-Check-Gruppen. Die Studie betrachtete allgemeine ärztliche Untersuchungen wie Blut- und Urintests, Screenings auf Bluthochdruck und Cholesterinwerte, Früherkennung von Diabetes und integrierte Krebsvorsorgeuntersuchungen wie Haut-, Prostata- und Darmkrebs.

Was die Studie nicht betrachtete, was aber unbedingt erwähnt werden muss, sind …

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