Krankenhauskeime

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Was Deutschland falsch macht

Artikelnummer: th-45-09 Kategorien: ,

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Nosokomiale Infektionen sind die neue Geisel des Gesundheitssystems. Warum nur wird so wenig gegen sie unternommen?

Während alle Welt über das vermeintliche Killervirus SARS-CoV-2 spricht, werden andere, viel leichter vermeidbare Erkrankungen vollkommen außer Acht gelassen. So zum Beispiel die seit Jahrzehnten bekannte Ansteckungsgefahr durch Krankenhauskeime. Sie allein fordert in Deutschland bis zu 20 000 Tote pro Jahr.1 Das sind – nebenbei bemerkt – doppelt so viele, wie die bisher verstorbenen Menschen an und mit Corona (Stand Oktober 2020). Weitere 400 000 bis 600 000 Menschen in Deutschland sterben zwar nicht, aber erkranken an den sogenannten nosokomialen Infektionen, wie die Ansteckungen durch Krankenhauskeime offiziell genannt werden. Diese Erkrankungen können so schwer verlaufen, dass die durch Krankheit und Tod verlorenen Lebensjahre laut dem Robert Koch-Institut in Deutschland bei 250 000 Lebensjahren pro Jahr liegen. Bezogen auf die Bevölkerung liegt Deutschland bei der Zahl der Infektionen und Todesfälle sowie der Krankheitslast (verlorene Lebensjahre) damit über dem europäischen Schnitt. Zwischen 500 und 650 Menschen pro 100 000 Einwohner erkranken hierzulande an einer nosokomialen Infektion, im EU-Durchschnitt sind es nur 450 bis 500 Erkrankte pro 100 000 Einwohner. Experten der Berliner Charit befürchten sogar, dass bis 2050 mehr Menschen an multiresistenten Keimen sterben könnten als an Krebs.2 Besonders verheerend ist die Lage übrigens in Italien. Denn ein Drittel aller Krankenhauskeim-Opfer innerhalb der EU sterben in italienischen Krankenhäusern, was sicherlich auch einer von vielen Faktoren für die hohen Todeszahlen zu Beginn der Corona-Pandemie in Italien war.

MRSA: berühmt-berüchtigt

Doch schauen wir uns diese Infektionen durch Krankenhauskeime einmal genauer an. Landläufig werden Krankenhauskeime häufig mit multiresistenten Keimen gleichgesetzt. Tatsächlich sind aber nur etwa zehn Prozent aller Krankenhauskeime multiresistent. Einer der bekanntesten multiresistenten Krankenhauskeime nennt sich offiziell Methicillin-resistenter Staphylococcus Aureus. Die meisten Menschen kennen ihn unter der Abkürzung MRSA. Stand heute gibt es kaum noch Therapiemöglichkeiten bei einer MRSA-Ansteckung, da MRSA sich so verändert hat, dass kaum ein Antibiotikum mehr Hilfe verspricht. Aus diesem Grund müssen bei MRSA besonders strenge Hygiene-Vorschriften eingehalten werden. Doch es gibt mittlerweile noch viele weitere Keime, die aufgrund ihrer zunehmenden Resistenz gegen Antibiotika zur Gefahr werden. Die Übertragung von Krankenhauskeimen kann grundsätzlich auf drei verschiedenen Wegen erfolgen, und zwar über direkten Hautkontakt, über den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen oder Oberflächen und über den Luftweg. Der bei weitem häufigste und wichtigste Übertragungsweg ist dabei der direkte Kontakt mit vorübergehend oder dauerhaft kontaminierter Haut. Der MRSA-Erreger nistet sich zum Beispiel gerne in der Nase, im Rachen oder unter den Achseln ein und kann dann, sobald er in den Körper gelangt, die gefürchteten Infektionen auslösen. So ist die häufigste Infektion durch multiresistente Keime die Wundinfektion. Aber auch Harnwegsinfektionen, Atemwegsinfektionen und Blutvergiftungen kommen häufig vor.

Antibiotika – viel zu viel

Ein Hauptgrund für die in den letzten Jahren zunehmende Verbreitung und die zunehmenden Todesfälle durch multiresistente Keime ist die ausufernde und meist unsachgemäße Verwendung von Antibiotika in der Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten. Zu viel und zu schnell wird auf Antibiotika zurückgegriffen. Wie üblich in der Natur und wie immer wieder zu beobachten, beginnen die Erreger sich dadurch zu verändern. Umso mehr, je mehr Antibiotika gegeben wird. Diese einfache und jederzeit zu beobachtende Regel der Natur scheint aber bei unserer schulmedizinisch gebildeten Ärzteschaft noch nicht angekommen zu sein. Wie man überhaupt feststellen muss, dass sich die wissenschaftliche Ausbildung und die Ausrichtung der Medizin immer mehr von den natürlichen Gegebenheiten und Regeln entfernen…

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