Egal, ob Blasenentzündung, Atemwegsinfekt oder lästige Kopfschmerzen, die Kombination dieser beiden altbekannten Heilpflanzen wirkt ganz erstaunlich und noch intensiver, als es jede für sich allein vermag. Als Duo gelten sie sogar als pflanzlicher Antibiotika- und Schmerzmittelersatz. Der Wirk-Hintergrund laut westlicher Forschung? Senföle, wie wir sie auch beim Brokkoli so sehr schätzen.
Die Kapuzinerkresse stammt ursprünglich aus dem Andengebiet Südamerikas und wurde bereits bei den Inkas als Heilpflanze eingesetzt. Aber hätten Sie es geahnt? Die Kapuzinerkresse aus unseren Zier- und Gemüsegärten wird nicht nur wegen ihrer schönen gelben und orangefarbenen Blüten geschätzt, sondern auch wegen ihrer außerordentlichen Kraft, Erreger und Schmerzen auszuschalten. Wie die Kreuzblütler Brokkoli, Rucola, Senf, Pak Choi, Raps oder Radieschen, gehört auch die Kapuzinerkresse zu den „scharfen“ Pflanzen. Ihre begehrten Inhaltsstoffe sind in erster Linie Senföle, sogenannte Senfölglycoside, wobei jede Sorte ihre speziellen, mehr oder weniger scharf schmeckenden Senföle liefert.
Der schärfste Vertreter
Der Meerrettich oder Kren, wie wir in Österreich sagen, ist der wohl schärfste Vertreter der Kreuzblütler (Brassicaceae). Er stammt ursprünglich aus dem Wolgagebiet und war als natürliches Antibiotikum schon den berühmten Medizinern Robert Koch und Emil von Behring bekannt. Wenn die Anwendung früh genug erfolgt, bekämpfen die Kapuzinerkresse und der Meerrettich bakterielle Erreger von Harnwegsinfekten so schnell, dass der Infekt ganz rasch vorbeigeht und Antibiotika meist erspart werden können. Ihre harntreibende Wirkung spült zusätzlich Erreger aus. Vor allem wenn wiederkehrende Blasenentzündungen zu schaffen machen, ist das Duo sehr empfehlenswert, weil es in kleiner Dosierung schon vorbeugend eingenommen werden kann. Unserer Erfahrung nach ist die Wirkung weit überzeugender als die jeder anderen infragekommenden Natursubstanz. Es gibt keine Nebenwirkungen und die bei häufiger Antibiotikaanwendung so gefürchteten Resistenzen – und damit die Wirkungslosigkeit eines Mittels – bleiben ganz aus.
Wirksames Antibiotikum
Was nun wirklich faszinierend ist: Die Kombination beider Pflanzen sorgt für eine Breite des Wirkspektrums. Anhand von Zellversuchen zeigte sich, dass sich die antibakterielle Wirkung sowohl gegen sogenannte „gram-positive“ als auch gegen „gram-negative“ Bakterien richtet. Durch beachtliche Synergieeffekte wirkt es auch gegen Bakterien, gegen die sich die Kapuzinerkresse allein nicht durchsetzen konnte – das antibiotikaresistente Pseudomonas aeruginosa Bakterium beispielsweise. Erst durch die kombinierte Anwendung beider Pflanzen wird daraus ein Breitbandantibiotikum! In der Literatur wird ein 2,5:1-Verhältnis von Kapuzinerkresse zu Meerrettichwurzel als ideal beschrieben, um aus den unterschiedlichen Senföl-Wirkstoffen das Beste herauszuholen. Erwiesen ist die Wirkung gleich bei mehreren nur schwer behandelbaren Problemkeimen wie Klebsiella, Serratia marcescens, MRSA („Krankenhauskeim“), E. Coli oder Staphylococcus aureus. Angesichts der vielen Antibiotikaresistenzen und des Mangels an neuen, wirksamen Antibiotika ist das nur zu begrüßenswert.
Meerrettich zerstört Biofilm der Bakterien
Warum das so ist, lässt sich leicht erklären. Manche Bakterien schützen sich mit der Bildung eines Biofilms vor dem Zugriff sowohl des Immunsystems als auch der Antibiotika, die ihn nicht durchdringen können. Der Meerrettich zerstört jedoch diesen Biofilm bzw. hemmt die Bildung der Schleimschicht und macht die Bakterien auf diese Weise für Immunsystem und Antibiotika angreifbar. Der Meerrettich-Wirkstoff Iberin, ein Isothiocyanat, hat sogar die höchste bisher festgestellte Hemmkraft auf den Biofilm des antibiotika-resistenten Pseudomonas aeruginosa Bakteriums überhaupt. Und noch mehr: Wissenschaftler fanden heraus, dass der Meerrettich …
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