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Wenn Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall häufiger auftreten, kann ein Reizdarm oder ein Leaky Gut-Syndrom dahinterstehen. Insbesondere das Leaky Gut-Syndrom, das mit Vergiftungserscheinungen einhergehen und gefährlich sein kann, sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Erfahren Sie hier, was die Ursachen sein können und wie Sie den Organismus über bewusste Ernährung und Stressmanagement wieder in die Balance bringen können.
Magen-Darm-Beschwerden sind weit verbreitet. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Forsa aus dem Jahr 2015 leiden fast 70 Prozent der Bundesbürger darunter. In der Gesundheitsberichterstattung des Bundes wird geschätzt, dass in Deutschland jährlich etwa 65 Millionen Magen-Darm-Erkrankungen auftreten. Die Symptomenkomplexe „Reizdarm“ und „Leaky Gut“ stehen ganz oben auf der Beschwerdenliste. Wegen eines Reizdarmsyndroms sind die Deutschen fast 29 Millionen Tage pro Jahr arbeitsunfähig. Die Menschen leiden oft jahrelang, haben Beschwerden und lassen sich untersuchen. Oft sind die Ergebnisse nicht befriedigend und es kommt nicht zu einer ursächlichen Therapie. Wie kommt es, dass gerade Magen-Darmbeschwerden so oft auftreten und so selten nachhaltig geheilt werden?
Der Darm arbeitet im „Automodus“, extrahiert aus den zugeführten Stoffen die für den Organismus wichtigen Bestandteile und übergibt sie an den Blutkreislauf. Zugleich sorgt er für die Ausscheidung unbrauchbarer Substanzen und hat erhebliche Entgiftungsfunktionen. Damit dieses Stoffwechselsystem funktioniert, werden täglich circa eineinhalb Liter Speichel, drei Liter Magensaft, ein Liter Bauchspeicheldrüsensaft, ein dreiviertel Liter Galle und drei Liter Darmsaft gebildet. Beachtenswert sind ein bis zwei Kilogramm Bakterien (Mikrobiom), die zentral für die Darmfunktionen notwendig sind. Ein hochkomplexes Chemielabor steht uns da zur Verfügung. Seine Funktionen hat das Gekröse, wie der mittlere Darmbereich auch genannt wird, über Jahrtausende menschlicher Entwicklung gelernt und kann sich durchaus natürlichen Schwankungen anpassen. Gelegentliche Eskapaden schaden nicht. Aber permanent falsche Ernährungszufuhr, schlechte Aufbereitung (Kauen), die Aufnahme belastender Stoffe, und vor allem Dauerstress und Hektik überschreiten die Grenzen der Anpassungsfähigkeit. Dann fällt der Darm aus seinem „Automodus“ und meldet akute und bald chronische Beschwerden.
Neben Verdauungsaktivitäten sind im Darm 80 Prozent des menschlichen Immunsystems installiert und zahlreiche Nervengeflechte in diesem Bereich tragen zur generellen Ausgeglichenheit bei. Daher hängt der Stoffwechsel eng mit der Abwehrleistung, Neurotransmitterversorgung (Botenstoffe) und der Nervenstabilität zusammen. Es ist also klug, dem Verdauungsorgan mehr Aufmerksamkeit zu widmen, die Wahrnehmung zu stärken und prophylaktische Maßnahmen zur Gesunderhaltung zu ergreifen. Meine langjährigen Erfahrungen mit Patienten zeigen aber auch: Eine Fokussierung auf körperliche Symptome greift zu kurz. Heilung erfordert den Blick auf Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und vor allem das Stressverhalten. Daher möchte ich diese Aspekte hervorheben.
Fehlleitender Lifestyle
Wie kommt es, dass in unserer Zeit so viele Menschen unter Störungen des Darm-Traktes leiden? Schmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall, Verstopfung bis hin zum Erbrechen sind nur einige der Symptome. Ein Grund dafür ist, dass die Beschaffenheit und die Auswahl von Lebensmitteln oft unausgewogen ist. Industriell hergestellte Produkte sind im Gehalt an Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen meist reduziert. Gleichwohl haben die meisten Menschen durch erhöhte Anforderungen in Beruf und Familie und infolge äußerer Lebensumstände und Belastungsfaktoren oder durch Umweltfaktoren einen erhöhten Bedarf an solchen Stoffen.
Kräfteraubender Stress bedeutet im ursächlichen Sinne, dass die Regulierung zwischen den beiden Nervensystemen Sympathikus und Parasympathikus verschoben wird. Der Sympathikus steht auf dem „Gaspedal“ und der Parasympathikus hat verlernt „auf die Bremse zu treten“. Laufende Übersteuerung des Sympathikus setzt zu viele Stresshormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin frei. Für den Organismus scheint es dann so, als müsse er fortlaufend Flucht- oder Kampfreaktionen ausführen. Ihm fehlen die beruhigenden Neurotransmitterausschüttungen von Acetylcholin, Serotonin und Tryptophan.
Die Ursache dafür liegt meist lange zurück oder ist zur Gewohnheit geworden. Häufig waren es Ängste, traumatische oder posttraumatische Stresssyndrome, Auseinandersetzungen, in denen Vorwürfe vermittelt wurden, manchmal auch regressives Verhalten und entsprechend mangelhafte Ernährung sowie Schwermetallbelastungen.
Menschen, die dauerhaft unter Stress stehen, haben …
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