Die Schilddrüse ist eines der kleinsten, aber wichtigsten Organe in unserem Körper. Wie ein Schmetterling schmiegen sich die beiden Schilddrüsenlappen an die Luftröhre unterhalb des Kehlkopfs, dem Sprachorgan. Daraus ergibt sich eine enge Beziehung zur Sprache und Kommunikation. In psychosomatischer Hinsicht steht die Schilddrüse für die Fähigkeit, Bedürfnisse und Gefühle durch Worte auszudrücken sowie die innere Bestimmung zu leben und damit für die Treue zu sich selbst.
Die Schilddrüse als Spiegel der Emotionen zeigt sich sowohl bei der Über- als auch der Unterfunktion. Seelische Reifungsstörungen zwischen dem 9. und dem 15. Lebensjahr haben besonderen Einfluss auf die Schilddrüsenaktivität. Aus anthroposophischer Sicht ist dies die Rubikonphase, in der das Kind sein ganz eigenes Identitätsgefühl entwickelt. Es stellt Fragen, wie zum Beispiel nach seiner Herkunft, ob die Eltern es nicht vielleicht vertauscht hätten, oder was wohl passieren würde, wenn die Mutter stirbt. Der Rubikon ist eine entscheidende Phase, in der das Kind besonders viel Anerkennung benötigt. Die Stabilität der Familie und erweiterten Lebensgemeinschaft ist in dieser Phase wichtig. Anhaltende Sorgen, chronische Überforderungen, der Verlust an familiärem oder heimatlichem Rückhalt kann den Grundstein einer Hashimoto-Thyreoiditis legen. In der Anamnese berichten solche Patienten oft über einen Wohnortwechsel, der sie belastete, da der Freundeskreis verlassen werden musste, eine Überforderung durch Schulwechsel oder Dauerstreit zwischen den Eltern. Bei der Basedow-Hyperthyreose erscheint häufig ein plötzlicher Verlust an Geborgenheit, wie zum Beispiel die Auflösung einer häuslichen Gemeinschaft durch Tod eines Elternteils oder Trennung. Es kann sich auch um eine frühe Umkehr in der Mutterbeziehung handeln, bei der die Mutter zum Kind und das Kind zur Mutter wird. Wir finden diese Umkehr bei Alkoholsucht und Depressionen. Solche Erlebnisse bilden eine Gedächtnisspur…






