Unsere Lebensmittel liefern längst nicht mehr nur Energie, sondern sollen uns gesund erhalten. Doch immer häufiger fehlen genau jene Mineralstoffe und Spurenelemente, die Pflanzen widerstandsfähig machen und letztlich auch uns. Der Bioverfahrenstechniker Dr.-Ing. Stefan Hügel geht der Frage nach, wie es zu diesen stillen Verlusten kam, welche Rolle Boden, Düngung und Humus spielen und warum eine einseitige Nährstoffversorgung langfristig zum Problem für Landwirtschaft und Gesundheit wird.
Unsere Nahrung versorgt uns nicht nur mit Makronährstoffen wie Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten, sondern liefert auch die Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Den beiden letzten Kategorien kommt dabei eine besondere Rolle zu, da sie durch den pflanzlichen Stoffwechsel nicht selbst produziert werden können. Pflanzen sind darauf angewiesen, dass sich diese Stoffe in ausreichender Menge und Verfügbarkeit im Boden befinden. Tun sie das nur unzureichend, sind der Ertrag und die Widerstandskraft der Pflanzen beeinträchtigt. Und so wie die Mängel der Pflanze schaden, wirkt es sich in Folge auch auf unsere Gesundheit aus, wenn diverse Mineralstoffe und Spurenelemente in unserer Nahrung zu kurz kommen.
Wie schlimm ist es wirklich?
Auch wenn die Abnahme der Nährstoffdichte unserer Lebensmittel ein Thema ist, das sicherlich viele interessiert, so muss man trotzdem feststellen, dass es nur recht spärlich untersucht ist. Dazu kommt, dass viele vergleichende Untersuchungen ohne statistische Auswertung veröffentlicht wurden und deren Belastbarkeit dadurch entsprechend begrenzt ist. Einige belastbare Veröffentlichungen gibt es jedoch, so zeigt etwa eine Studie aus England folgende durchschnittliche Rückgänge in 20 verschiedenen Gemüsesorten im direkten Vergleich von 1930 zu 1980: 19 % weniger Calcium, 35 % weniger Magnesium, 44 % weniger Natrium, 14 % weniger Kalium, 6 % weniger Phosphor, 22 % weniger Eisen und 81 % weniger Kupfer.?1 Der Prozentsatz der geschädigten Agrarflächen weltweit wird auf 38 Prozent geschätzt, wobei ein Großteil davon auf Zentralamerika und Afrika fällt. Mindestens 60 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen sollen wachstumslimitierende Nährstoffmängel oder auch Überschüsse aufweisen. Aber wie kam es dazu? Die Ursachen sind vielfältig, aber die wichtigsten werden im Folgenden kurz beleuchtet.
Die Nährstoff-Einbahnstraße
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kam der Ausbau der Kanalnetze und Abwasser wurde zentral in Kläranlagen gesammelt und behandelt. Das verbesserte die hygienische Situation vor allem in den Städten ungemein, allerdings
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