Spirit of Health Kongress 2015 in Kassel

Trotz Hindernissen ein voller Erfolg

Schon im Vorfeld hatte man in der Presse gegen den von Leo Koehof zum zweiten Mal organisierten „Spirit of Health Kongress“ in Kassel ziemlich miese Stimmung gemacht. Der Verein „Deutscher Konsumentenbund e. V.“ mit Sitz in Kassel hatte sich auf die Fahne geschrieben, die Verbraucher vor diesen angeblichen Quacksalbern zu schützen. Wie er gegenüber der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen“ berichtete, hatte er den Ticket-Dienstleister Xing Events „auf die fragwürdigen Hintergründe der Veranstaltung im Kongress-Palais hingewiesen“. Der Xing-Events-Vorstandschef Dr. Cai-Nicolas Ziegler hätte daraufhin mitgeteilt, mit den Veranstaltern des Kongresses in Zukunft keine Geschäfte mehr zu machen. Was den Kasseler Kongress anbelange, könne er sich seiner rechtlichen Verpflichtung jedoch nicht mehr entziehen. Darüber hinaus hatte der Konsumentenbund die Organisatoren der Messe wegen irreführender Werbung mit gekauften Doktortiteln abgemahnt. Schließlich organisierte der Verein eine Gegenveranstaltung mit Informationen, Aktionen, Veranstaltungen und Beratung.

Das Magazin „Der Spiegel“ sowie die „Hessische Niedersächsische Allgemeine“ (HNA) hatten ebenfalls im Vorfeld ihre kritische Haltung gegenüber den angeblichen Scharlatanen auf dem „Spirit of Health Kongress“ kundgetan. Die Warner haben wohl auch die Lokalpolitik erreicht. So stand in der HNA: „Verantwortliche der Stadt sehen das mit gemischten Gefühlen, scheuen aber vor einer Kündigung des stadteigenen Kongress-Palais zurück, weil vertragsrechtliche Klagen befürchtet werden.“ Diese Klagen wären teuer geworden, sodass man offensichtlich als einzige Möglichkeit, auf den Druck von Medien und Lobbyisten zu reagieren, das Ordnungsamt sah.

So suchte man nach der Nadel im Heuhaufen und fand sie: Die Veranstaltung war nicht als Messe angemeldet, was im Jahr vorher und auf vielen mir bekannten Kongressen noch nie jemanden interessiert hatte. Aber nun erhielten alle Aussteller, so auch der Ehlers Verlag, der Medienpartner der Messe war, am Nachmittag vor dem Start eine Mitteilung vom Ordnungsamt: Es dürfe auf der Veranstaltung nicht verkauft, sondern nur beraten werden. Die Aussteller fanden aber kreative Mittel und Wege, ihren Auftritt auf diesem Kongress erfolgreich zu gestalten.

Für die Zukunft haben der Ehlers Verlag und seine Schwesterfirma „naturwissen“ schon vorgebaut und für jeweils 100 Euro einen Reisegewerbeschein beantragt, mit dem man immer und überall verkaufen darf. Die Messeveranstalter wissen jetzt ebenfalls Bescheid und werden diesen Formfehler sicherlich kein zweites Mal begehen.

Glücklicherweise konnten die Kampagnen nicht verhindern, dass der Kongress mit 800 Teilnehmern sehr gut besucht und die Stimmung bestens war. Der Vorfall mit dem Ordnungsamt schweißte die Teilnehmer und Aussteller nur noch mehr zusammen, es entstanden tolle Kontakte und Vernetzungen. Die Ordnungshüter waren auch am Samstag vor Ort und beobachteten das Treiben, es wurden aber keine weiteren Maßnahmen vorgenommen. Ob wir noch Post von diesen Herren bekommen, bleibt allerdings abzuwarten.

Der Infostand vom Konsumentenbund wirkte dagegen etwas verloren. Für ihn schien sich auf gut bairisch keine Sau zu interessieren. An ihm war ein Schild mit der Aufschrift postiert: „Heilen? Nein Danke!“ Auf eine freundliche Nachfrage hin wussten die Protestler gar nicht so genau, gegen was sie konkret waren. Sie wussten nur, dass die Messe ganz schlimm sei und man das alles bekämpfen müsse. Am Sonntag war ein anderes Schild zu lesen: „Was der Spirit verspricht z. B. (MMS) ist ätzend aber ohne Wirkung sonst.“ Das mit dem Satzbau sollte auch noch geübt werden.

Abschließend bleibt zu sagen, dass dieser Kongress ein voller Erfolg war. Es waren viele tolle, interessante Menschen vor Ort, mit denen man wunderbare neue Erkenntnisse und Informationen austauschen konnte.

Aufgrund der teilweise unseriösen Presseberichte im Vorfeld hatten die Veranstalter davon abgesehen, die lokale Presse zuzulassen, was man nur allzu gut verstehen kann. Zugelassen wurde nur der Fernsehsender Arte, der für seine objektive Berichterstattung bekannt ist.

Was ich persönlich nicht verstehe, ist, dass die Paracelsusmesse in Wiesbaden mittlerweile seit über 20 Jahren stattfindet und dort ähnliche bzw. die gleichen Aussteller und Vortragenden zu finden sind. Im Gegensatz zu „Spirit of Health“ sind die Pressestimmen dort immer positiv.

Ich freue mich bereits auf den nächsten Kongress, der zwar voraussichtlich nicht in Kassel stattfinden wird, aber sicherlich in einer anderen schönen Stadt in diesem Land, z. B. in Wiesbaden.

Andrea Ehlers

 

In unserem Artikel-Archiv finden Sie ein Interview mit dem Veranstalter des Spirit of Health Kongress Leo Koehof sowie ein Interview mit dem Referenten Andreas Kalcker

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