Forschende des Ulsan National Institute of Science and Technology (UNIST) haben einen solarbetriebenen Verdampfer entwickelt, der Meerwasser ausschließlich mit Sonnenlicht in Süßwasser umwandelt – ganz ohne externe Stromquelle.
Darüber berichtete das Wissenschaftsportal TechXplore Anfang diesen Jahres. Im Mittelpunkt steht ein neuartiges photothermales Material (CuMnCrO₄), das Sonnenlicht besonders effizient in Wärme umwandelt. Diese Wärme wird direkt an der Wasseroberfläche genutzt, um Meerwasser lokal zu verdampfen. Der entstehende Dampf kondensiert anschließend zu salzfreiem Wasser.
Deutlich höhere Verdampfungsrate
Nach Angaben der Forscher erreicht das System rund 4,1 Liter Wasser pro Quadratmeter und Stunde – ein Mehrfaches der natürlichen Verdunstungsrate unter gleichen Bedingungen. Damit arbeitet die Anlage erheblich schneller als viele bisherige passive Solar-Entsalzungssysteme.
Ein weiteres Problem herkömmlicher Solarverdampfer – die Salzverkrustung – soll durch das spezielle Material- und Strukturdesign minimiert werden. Salzionen werden vom aktiven Verdampfungsbereich weggeleitet, sodass die Oberfläche funktionsfähig bleibt.
Technik in Kürze
Die Entwicklung basiert auf drei Prinzipien:
• Umwandlung von Sonnenlicht in Wärme direkt an der Oberfläche
• gezielte lokale Verdampfung statt Erhitzung großer Wassermengen
• strukturelle Salzabfuhr zur Vermeidung von Verkrustungen
Im Unterschied zu großtechnischen Anlagen mit energieintensiver Umkehrosmose benötigt dieses System keinen externen Strom. Es befindet sich jedoch noch im Forschungsstadium.
Hinweis zur Trinkwasserqualität
Die Entsalzung durch Verdampfung entfernt in erster Linie gelöste Salze. Ob das gewonnene Wasser tatsächlich als Trinkwasser geeignet ist, muss durch zusätzliche Qualitätsprüfungen bestätigt werden.
Typische Prüfparameter sind:
• mikrobiologische Belastung (z. B. Keime)
• chemische Rückstände und Schwermetalle
• organische Spurenstoffe
• Partikelbelastung einschließlich möglichem Mikroplastik
• pH-Wert und Leitfähigkeit
In der Praxis folgen häufig weitere Aufbereitungsschritte wie Aktivkohlefiltration, Membranfilter, UV-Desinfektion oder Remineralisierung, um die gesetzlichen Trinkwasserstandards zu erfüllen.
Fazit
Die neue Solar-Technologie zeigt dennoch, wie effizient und energieautark zukünftige Lösungen zur Meerwasser-Entsalzung sein könnten – ein Ansatz, der angesichts zunehmender Wasserknappheit weltweit an Bedeutung gewinnt.
