Auch die neue Bundesregierung setzt zur Erreichung der Klimaziele auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Der SPD-Politiker und Umweltexperte Prof. Fritz Vahrenholt nennt vier Gründe, warum dieser Weg zum Scheitern verurteilt ist.
- Die Kosten aufgrund der extrem teuren Speicherung der schwankenden Stromversorgung werden weiter explodieren und die Deindustrialisierung inklusive Wohlstandsverluste vorantreiben.
- Die Verdreifachung bis Verfünffachung der Solar- und Windenergie wird zu einer Zerstörung der Landschaft, der Lebensräume von vielen Tierarten und zu einer schwer abschätzbaren Veränderung der meteorologischen Verhältnisse führen.
- Eine gesicherte, frequenzstabile Stromversorgung wird nicht gewährleistet. (siehe Spanien Blackout April 2025).
- Die für die Installation von Solar- und Windkraftanlagen, Kabeltrassen, Speichern (Batterien und Wasserstoff), E-Fahrzeugen, Wärmepumpen notwendigen spezifischen Metalle wie Kupfer, Nickel, Lithium, Cobalt, Vanadium und Graphit werden in den nächsten 20 Jahren nicht ausreichend zur Verfügung stehen, wie eine aktuelle finnische Studie zeigt.
Massive Materialschlacht
Der Ersatz von Kernenergie, Kohle, Erdöl und Gas wird erst mit einem erheblichen Aufwand an Metallen möglich. So besteht eine 6-Megawatt-Windkraftanlage u. a. aus 30 bis 50 Tonnen Kupfer und 300 Kilogramm Seltenen Erden. Für ein E-Auto werden je 10 kg Kobalt und Nickel und bis zu 80 kg Kupfer (fünfmal mehr als bei einem Verbrenner) verbaut.
Lediglich 4 Prozent der weltweiten Energieversorgung wird derzeit durch Wind und Solarenergie abgedeckt, 11,2 Prozent durch Wasserkraft und Kernenergie und 84,7 Prozent durch fossile Energien. Würde die Welt dem deutschen Beispiel folgen und den fossilen Energie-Anteil komplett durch Wind und Solarenergie ersetzen, benötigte man 6000 Millionen Tonnen Kupfer zusätzlich. Die Welt-Kupfer-Jahresproduktion beträgt aber derzeit nur 28 Millionen Tonnen – nicht einmal ein halbes Prozent! Auch bei den Metallen Nickel, Lithium, Kobalt und Vanadium reicht die Jahresproduktion bei weitem nicht aus, um die Energieversorgung auf Sonne und Wind umzustellen.
Ausufernde Preise
Doch selbst wenn Deutschland im Alleingang auf Sonne und Wind setzt, würde das bereits 15 Prozent der Weltkupferproduktion für die nächsten 20 Jahre ausmachen, im Vergleich zu 4 Prozent heute. Ein solche Nachfragesteigerung würde die Preise und damit die Kosten für die Energiewende in Deutschland nochmals enorm ansteigen lassen.
Dies alles vor dem Hintergrund, dass China, der Hauptförderer von Kupfer und Seltenen Erden, Exportbeschränkungen als probates Mittel einsetzt, um geopolitische Ziele zu erreichen. Man würde sich also bei einem „Weiter so!“ in eine riskante Abhängigkeit von China begeben.
