Mehr trinken geht mit weniger Stress-Symptomen einher. Eine neue Studie belegt: Dehydration kann die Stressreaktion des Körpers verstärken. Denn sobald der Körper Flüssigkeit verliert, schüttet er ein wasserspeicherndes Hormon aus.
Aber dieses Hormon wiederum aktiviert gleichzeitig das Stress-System. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wer immer ausreichend trinkt und nicht wartet, bis er richtigen Durst verspürt, pflegt gleichzeitig seine physische und psychische Gesundheit. Erwachsene, die täglich weniger als 1,4 Liter Wasser oder andere Getränke zu sich nahmen, hatten laut den Studienautoren einen um die Hälfte höheren Anstieg von Cortisol als Erwachsene, die deutlich mehr Flüssigkeit (1,8 bis 2,3 Liter) zu sich genommen hatten.
Wie Wassermangel Stress auslöst
Dahinter steckt das Hormon Vasopressin. Es hilft den Nieren, Wasser zurückzuhalten. Gleichzeitig signalisiert es dem Hirn aber auch, Cortisol freizusetzen, indem es die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA) aktiviert. Die Stressantwort beginnt im Gehirn, genauer gesagt in der Amygdala (Bewertung der Gefahr) und dem Hypothalamus (Steuerzentrale). Grundsätzlich hilft uns Cortisol, wachsam, konzentriert und handlungsfähig zu bleiben. Bleibt es aber dauerhaft erhöht, steigt das Risiko für Bluthochdruck, Gewichtszunahme und Herzerkrankungen. Das Fazit lautet deshalb: Diese Überschneidung zwischen Wasser- und Stressregulation könnte erklären, weshalb eine konstant geringe Flüssigkeitsaufnahme oft mit einer schlechteren langfristigen Gesundheit verbunden ist.
