Wenn Vorsorge krank macht

Was als reine Vorsicht begann, endete für eine 52-jährige Frau in einer medizinischen Katastrophe. Sie hatte gerade begonnen, bewusster auf ihre Gesundheit zu achten, ging täglich spazieren, ernährte sich besser und fühlte sich fit. Dann traten Brustschmerzen auf.

Die ersten Untersuchungen blieben unauffällig. Doch „nur zur Sicherheit“ wurde eine Herz-CT angeordnet. Obwohl auch diese keinen klar krankhaften Befund zeigte, folgte der nächste Schritt: ein Herzkatheter. Dabei riss eine große Arterie. Es kam zur Notoperation, später zu einer Bypass-OP, weiteren Komplikationen und schließlich sogar zu einer Herztransplantation.

Wenn ein Befund den nächsten nach sich zieht

Für die amerikanische Kardiologin Rita Redberg ist der Fall ein erschütterndes Beispiel dafür, wie aus gut gemeinter Medizin eine gefährliche Kaskade werden kann. Genau das passiert immer häufiger: Ein Test zeigt einen Zufallsbefund, der meist harmlos ist, aber nicht ignoriert wird. Es folgen weitere Untersuchungen, Medikamente, Eingriffe – und mit jedem Schritt wächst das Risiko, obwohl der eigentliche Nutzen oft gering bleibt.

Experten warnen, dass moderne Medizin zunehmend dazu neigt, jedes kleine Warnsignal in eine behandlungsbedürftige Krankheit zu verwandeln. Aus Zahlen werden Diagnosen, aus Diagnosen automatische Therapien. Besonders ältere Menschen geraten so in Spiralen aus Medikamenten, Nebenwirkungen und neuen Behandlungen. Was nach gründlicher Versorgung aussieht, kann in Wahrheit der Beginn einer gefährlichen Überbehandlung sein.

Quellen

Epoch Times

Bildnachweis Einstiegsbild: © WesLens/peopleimages.com/Adobe Stock