Millionen Liter Grundwasser werden in Deutschland von Konzernen abgepumpt – oft kostenlos. Recherchen von foodwatch zeigen, wie lukrativ das Geschäft mit einem Allgemeingut ist und wie wenig Transparenz dabei herrscht. Behörden blocken Auskünfte teils mit fragwürdigen Begründungen ab.
Milliardengeschäft mit Grundwasser
Im bayerischen Treuchtlingen pumpt ein Discounter jährlich rund 250 Millionen Liter Grundwasser ab – ohne dafür zu zahlen. Abgefüllt als Mineralwasser landet es in Supermarktregalen, wo es um ein Vielfaches teurer verkauft wird als Leitungswasser. Dabei gilt Letzteres in Deutschland als streng kontrolliert und qualitativ hochwertig.
Ein knappes Gut wird privatisiert
Grundwasser ist ein Allgemeingut – und zunehmend unter Druck. Bereits heute kämpfen viele Regionen in Deutschland mit Wasserknappheit. Dennoch profitieren private Unternehmen von großzügigen Entnahmerechten. Kritiker sehen darin ein strukturelles Problem: Gewinne werden privatisiert, während die Ressource allen gehört.
Behörden mauern bei Nachfragen
Auf konkrete Fragen zur Wasserentnahme reagieren zuständige Stellen laut foodwatch ausweichend. Daten würden als „Geschäftsgeheimnis“ eingestuft oder nur gegen hohe Gebühren herausgegeben. Teilweise verweisen Behörden aufeinander, ohne klare Zuständigkeiten zu benennen. Transparenz sieht anders aus.
Ungleichgewicht vor Ort
In besonders betroffenen Regionen wird die Problematik sichtbar: Während Konzerne große Mengen Wasser fördern, werden Bürger zum Sparen aufgerufen. Die Verteilung gerät aus dem Gleichgewicht – ein Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen und öffentlicher Versorgung.
Erste politische Reaktionen
Nach öffentlichem Druck gibt es erste Veränderungen: In Bayern soll die Grundwasserentnahme künftig bepreist werden – wenn auch auf niedrigem Niveau. Für Verbraucherschützer ist das nur ein erster Schritt. Sie fordern strengere Regeln und mehr Kontrolle.
