Grüne Städte

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Urbanes Gärtnern revolutioniert doe Landwirtschaft

Artikelnummer: th-47-16 Kategorien: , ,

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Seit 2007 leben weltweit mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Aber sie leben vom Land. Was liegt also näher, als die Landwirtschaft in die Städte zu holen? Genau dieser Trend ist derzeit weltweit zu beobachten. Und während Städter eine neue Lust am Gärtnern entdecken, revolutionieren sie damit auch den bisherigen großflächigen Anbau von Nahrungsmitteln.

Entstanden ist die Idee der Landwirtschaft in der Stadt schon in den 70er Jahren in New York. Da begannen einige Aktivisten zahlreiche stadteigene Grundstücke in den ärmeren Vierteln der Metropole zu bepflanzen. Gemeinsame Blumen- und Gemüsebeete sollten – so die Idee – die sozialen Kontakte stärken. Community Gardens nannten die Gründer diese Projekte. Zunächst waren diese Pflanzaktionen illegal. Da die brachliegenden Grundstücke eingezäunt waren, nutzten die Pflanzer eine Technik, die sie Guerilla Gardening nannten: Sie mischten verschiedene Samen mit Kompost und Tonerde, kneteten die Masse mit Wasser zusammen und formten daraus hasel- oder walnussgroße Kugeln. Sobald sie getrocknet waren, warfen sie diese seedbombs (Samenbomben) über den Zaun in die Brachflächen. Den Rest übernahmen der Regen und die Samen. Die grünen Guerilleros von New York haben sich inzwischen genauso ausgebreitet wie die von ihnen gesetzten illegalen Pflanzen. Der Engländer Richard Reynolds ist der Star der weltweiten Bewegung. Sein Buch Guerilla Gardening – ein botanisches Manifest gibt praktische Tipps für Ausrüstung, Taktik und Saatauswahl und ruft zu zivilem Ungehorsam auf.

Guerilla Gardening will die grüne Revolution

20 000 Mitstreiter aus mehr als 40 Ländern haben sich bereits auf seiner Webseite www.guerillagardening.org versammelt. In Deutschland bekennen sich Mitglieder in mehr als 20 Städten als grüne Guerilla-Gärtner. Manche werden allein aktiv, andere verabreden sich im Internet und werfen nachts heimlich Samenbomben oder pflanzen Setzlinge von Blumen und Gemüse. Wieder andere besprühen graue Betonwände mit einer Mischung aus Moos und Buttermilch. Strafbar ist das allemal, denn es erfüllt den Tatbestand des Vandalismus, wenn man öffentliche Flächen ohne Genehmigung erblühen lässt. Aufzuhalten ist die Bewegung freilich schon längst nicht mehr: Auf den Verkehrsinseln und Mittelstreifen großer Straßen, auf Plätzen und Brachflächen grünt es von Jahr zu Jahr mehr. Vermutlich werden die Stadtverwaltungen bald auf den Zug aufspringen – wenn sie es nicht schon längst getan haben. Die New Yorker Stadtväter zum Beispiel erkannten die Vorteile rasch und riefen bereits 1978 das Gartenprogramm Green Thumb (Grüner Daumen) ins Leben. Heute gibt es über 800 solcher Community Gardens, die vorwiegend Ökogemüse anbauen und mit Suppenküchen und anderen sozialen Einrichtungen zusammenarbeiten. Ein weiteres Beispiel ist die ehemalige Autostadt Detroit. Mit 200 Gemeinschaftsgärten ist es in den USA zum Mekka des urban gardening geworden. In diesen Gärten gedeiht nicht nur Gemüse, sondern eine neue post-industrielle Kultur. Geboren ist diese Entwicklung aus der Not: Von den ehemals zwei Millionen Einwohnern leben heute noch gerade 800000 Menschen in der Stadt. Davon sind 83 Prozent Schwarze und über ein Viertel ist ohne Arbeit…

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