Warum uns das Zinssystem arm macht

Geld bringt mehr Menschen um den Verstand als die Liebe

Diesen Artikel teilen:  
© Gina Sanders – Fotolia.com

Geld sollte eigentlich nur ein Mittler sein, der den fairen Tausch von Waren und Dienstleistungen gewährleistet. Durch die Zinswirtschaft hat sich sein Wachstum aber völlig entfesselt, so dass Arbeit und Güter an Wert verlieren und wir mit jedem Kauf noch mehr versteckte Zinsen zahlen...
Weiter lesen

Warum uns das Zinssystem arm macht
Von Prof. Wolfgang Berger, Jockgrim – raum&zeit Ausgabe 177/2012

Geld sollte eigentlich nur ein Mittler sein, der den fairen Tausch von Waren und Dienstleistungen gewährleistet. Durch die Zinswirtschaft hat sich sein Wachstum aber völlig entfesselt, so dass Arbeit und Güter an Wert verlieren und wir mit jedem Kauf noch mehr versteckte Zinsen zahlen müssen. Höchste Zeit, das System zu ändern! Mit nur kleinen Stellschräubchen gelingt eine intelligente gerechte Lösung.

Die Rolle der Zinsen

Die Phönizier haben das Geld erfunden, nur leider viel zu wenig. Den Griechen reicht es nicht, um ihre Schulden zu bezahlen, obwohl sie nur 30 000 Dollar pro Kopf haben. Die Amerikaner haben 200 000 Dollar pro Kopf. Wenn wir private und öffentliche Schulden zusammenzählen, ist aber Großbritannien das am höchsten verschuldete Land der Welt. Warum bloß redet alle Welt nur über Griechenland?

43 Prozent der weltweiten Währungstransaktionen werden in Dollar abgewickelt, 20 Prozent in Euro und 10 Prozent in Yen. 1971 ist die Golddeckung des Dollar aufgegeben worden. Seitdem hat er – in Kaufkraft für Ölimporte gerechnet – 98 Prozent seines Wertes verloren. Immer mehr Staaten versuchen deshalb, sich vom Dollar zu lösen. Eine starke Eurozone hätte das Zeug, den Euro zur Weltleitwährung zu machen. Dann könnten die USA nicht länger gegen ihre grün bedruckten Scheine Waren, Rohstoffe und Beteiligungen auf der ganzen Welt kaufen.

Griechenland ist wirtschaftlich nicht bedeutender als Niedersachsen, das im Rahmen des innerdeutschen Finanzausgleichs durchgefüttert wird. Es steht für circa zwei Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone. Wie schafft es dieses Land überhaupt in die Schlagzeilen und auf die Agenda ununterbrochener Krisensitzungen der Europäischen Regierungschefs? 

Bis November 2009 waren die Zinsen Griechenlands nur wenig höher als die Deutschlands. Wären damals gemeinsame Staatsanleihen aller Eurostaaten eingeführt worden (Eurobonds), wäre Griechenland bei etwa gleichen Zinsen geblieben, Deutschland hätte minimal höhere Zinsen zahlen müssen – ein Klacks gegen die Hunderte von Milliarden, die der Europäische Stabilitäts-Mechanismus ESM (ein Ermächtigungsgesetz für einen Staatsstreich von Milliardären) Deutschland jetzt kostet. 

Mit der Zinswaffe gegen Griechenland

Die deutsche Kanzlerin hatte Eurobonds wegen damals bevorstehender Landtagswahlen abgelehnt. 

Das war ein „gefundenes Fressen“ für die britischen und amerikanischen Ratingagenturen. Sie hatten Ramschpapiere befreundeter Banken mit der Bestnote AAA bewertet und sind dafür von diesen Banken königlich vergütet worden. Millionen Sparern haben sie die Altersversorgung geraubt und damit ihren eigenen Gewinn explodieren lassen. Die Pensionsfonds haben in diese bestbewerteten Papiere im großen Stil investiert. Die Gewinne der Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor haben sich innerhalb weniger Jahre verdoppelt, der Gewinn der Ratingagentur Moody‘s hat sich verdreifacht. Im ersten Halbjahr 2011 war die Umsatzrendite von Moody‘s und Standard & Poor 44 Prozent. Die Altersversorgung von Millionen von Sparern aber hat sich dadurch in Luft aufgelöst. 

Jetzt konnten sie Bonitätsdifferenzen benutzen, um Zinsdifferenzen zu erzwingen. Das macht Kreditausfallversicherungen gegen schwächere Länder attraktiv und eröffnet gewaltige Spekulationsmöglichkeiten. Es ist so, als würden Sie eine Feuerversicherung auf das Haus Ihres Nachbarn abschließen, dann das Haus anzünden und die Prämie kassieren. Die Agenturen haben Griechenland wegen zu hoher Schulden herabgestuft. Spanien haben sie wegen zu niedriger Schulden herabgestuft. Griechenland wird benutzt, um den Euro zu sprengen und über den Dollar die eigene Weltmachtstellung zu erhalten. 

Jagd auf Griechenlands Reichtümer und Ölfelder

Bild rechts: © Sven Hoffmann - Fotolia.com

Zinssätze, die gesunde Weltkonzerne wie VW oder Siemens in den Konkurs treiben würden, zwingen Griechenland, seine Reichtümer zu privatisieren. Über den wertvollsten Reichtum steht auch bei uns nichts in der Zeitung: Ähnlich wie Libyen ist Griechenland wahrscheinlich eines der ölreichsten Länder der Welt. Da lohnt es sich zu privatisieren, bevor die Griechen das überhaupt merken. Woanders sind Regierungen, die sich der Privatisierung widersetzt haben, mit Gewalt beseitigt worden: Im Iran 1953, im Irak 2003, in Libyen 2011. In Griechenland klappt es auch so.

Aristoteles durchschaute den Zins-Schwindel

Was steckt hinter den unsichtbaren Mechanismen unserer Finanzordnung, die Völker entmündigt, Menschen verarmen und verhungern lässt, die Umwelt zerstört und Kriege fördert? In seinem Werk „Politik“ (1. Buch, Kapitel 3) schreibt Aristoteles: „So ist der Zins hassenswert, weil er aus dem Geld selbst den Erwerb zieht und nicht aus dem, wofür das Geld da ist. Denn das Geld ist um des Tausches willen erfunden worden, durch den Zins vermehrt es sich dagegen durch sich selbst. […] Diese Art des Gelderwerbs ist also am meisten gegen die Natur.“ 

Bild Aristoteles 384 - 322 v.Chr.

Geld soll den Tausch vereinfachen, mehr nicht. Wir haben aber etwas ganz anderes daraus gemacht. Durch den Zins vermehrt es sich aus sich selbst heraus. 

Stellen wir uns vor, Karl VIII. von Frankreich hätte im Jahre 1492, nachdem er die Engländer vom Kontinent vertrieben hatte, tausend Unzen Gold übrig gehabt und langfristig angelegt. Wenn wir es zum heutigen Preis in Geld umrechnen, kosten Tausend Unzen Gold etwa eine Million Dollar. Bei der langfristigen durchschnittlichen Verzinsung von sieben Prozent wäre das Vermögen seiner Erben inzwischen auf eine Trillion, also eine 1 mit 18 Nullen angewachsen. Damit könnten sie die ganze Welt kaufen. 

Aber Geldvermögen können nur verzinst werden, wenn es Schuldner gibt, die die Zinsen zahlen – die sie erarbeiten. Anders kann Kapital sich nicht vermehren. Wenn Privatleute oder Unternehmen das nicht übernehmen wollen oder können, müssen es die öffentlichen Haushalte tun. Wenn die sich weigern, bricht das System zusammen. Als Bill Clinton den Bundeshaushalt der USA ausgeglichen hatte, hat der damalige US-Notenbankchef Alan Greenspan ihn heftig kritisiert. Wenn der Staat sich nicht mehr verschuldet, wüssten die großen Fonds nicht, wo sie ihr Geld anlegen sollten, hat Greenspan richtig bemerkt. Das System verlangt eine ständig steigende Verschuldung von irgendjemandem.

Die Wirtschaft wächst und wir schauen zu

Die westdeutsche Wirtschaft wächst seit 60 Jahren jährlich fast immer um den gleichen absoluten Betrag. Das von allen gemeinsam erarbeitete Bruttosozialprodukt wird ständig größer. Wie in jeder reifen Volkswirtschaft ist die Wachstumsrate seit vielen Jahren niedrig und reicht nicht aus, um die immer schneller steigenden Ansprüche des Finanzsektors zu befriedigen. 

Deshalb muss uns allen in die Taschen gegriffen werden: Durch ein Absenken der Nettoentgelte für Arbeit, durch reduzierte staatliche Dienstleistungen, durch den Verkauf des aus Steuergeldern aufgebauten „Tafelsilbers“ (Post, Bahn, Nahverkehr, Wasserwerke, Elektrizitätsversorgung, etc.), durch die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die Abschaffung der Wehrpflicht und vieles mehr. 

Dass einzelne Politiker behaupten, es müsse gekürzt werden, weil wir über unsere Verhältnisse gelebt hätten, zeugt von beängstigender Dummheit: Ein wachsender Anteil des Volkseinkommens wird von „unten“ nach „oben“ umverteilt – das sind die gigantischen leistungslosen Einkommen. Sie müssen von allen, die nicht von ihrem Vermögen leben, gemeinsam erarbeitet werden – also von Unternehmern und von Arbeitnehmern. 

Natürlich wäre es den Politikern lieber, sie müssten uns nichts wegnehmen und die staatlichen Leistungen nicht abbauen, sondern könnten hier und da etwas hinzulegen. Das würde aber eine Wachstumsrate weit über dem Satz voraussetzen, den wir bei Krediten oder Kontoüberziehungen für Zinsen zahlen.  

In unserem System ist der Zins notwendig. Wenn er niedrig ist wie zurzeit, kann er allein die Geldvermögen nicht wieder in den Kreislauf locken. Den Banken fehlen sie dann für ihre Geschäfte. Wir brauchen deshalb außerdem noch die Geldentwertung – die Inflation. Praktisch alle Notenbanken der Welt produzieren absichtlich Inflation. Zins und Inflation sind Systembestandteile, und sie haben Nebenwirkungen, die deshalb auch Systembestandteil sind – schreckliche Nebenwirkungen.

Fast jeder zahlt mehr als 1 000 Euro Zinsen im Monat 

Wenn Sie ein Produkt kaufen – zum Beispiel ein Heft von raum&zeit – hat dieses Produkt einen langen Weg hinter sich, bevor Sie es in der Hand halten: Es wird Ihnen mit der Post zugeschickt oder Sie kaufen es im Einzelhandel. Dazu werden Lieferwagen benötigt. Eine Druckerei muss die Hefte drucken. Dazu werden riesige Druckmaschinen benötigt, dazu noch Papier und Farbe. Die Farbe kommt aus gewaltigen chemischen Produktionsanlagen. Die Druckmaschinen kommen aus einer Maschinenfabrik. Dazu werden Werkzeuge und Stahl benötigt. Das Papier kommt aus einer Papierfabrik. Dazu werden Verarbeitungsanlagen von Altpapier und Holz benötigt. Der Stahl wird aus Eisenerz und Kohle gewonnen. Das wird in Bergwerken gewonnen. Das Holz kommt aus Wäldern, die angepflanzt und mit anderen Maschinen geerntet werden. 

Für jede dieser Wertschöpfungsstufen sind große Investitionen erforderlich, die von dem betreffenden Unternehmen finanziert werden müssen. Die Zinsen dafür gehen in die Kalkulation ein und damit in den Preis. Würden die Zinsen in den Endpreis nicht hineinkalkuliert, könnte das betreffende Unternehmen nicht überleben und Sie könnten diese Zeitschrift jetzt nicht in der Hand halten. 

Wenn wir die Zinsanteile in der Kalkulation aus allen Wertschöpfungsstufen zusammenzählen, erhalten wir den Zinsanteil im Endprodukt. Im Durchschnitt aller Endpreise kommen wir dabei auf ungefähr 40 Prozent. Bei Getränken ist es weniger (circa 30 Prozent), bei Mieten und Immobilienkäufen mehr (75 bis 80 Prozent). Zusätzlich wird ein erheblicher Teil unserer Steuern für den Zinsdienst von Gemeinden, Bundesländern und dem Bundesstaat eingesetzt. Wir können deshalb grob gerechnet davon ausgehen, dass wir mit jedem Euro, mit dem wir etwas bezahlen, die Hälfte für Zinsen ausgeben und nur die andere Hälfte für das Produkt oder die Dienstleistung. 

Wenn Sie im Monat netto 3 000 Euro ausgeben, zahlen Sie davon ungefähr 1 500 Euro Zinsen. Wenn Sie auf Ihre Ersparnisse monatlich 1 500 Euro Zinsen kassieren, haben Sie also noch immer nichts gewonnen. Nur am Rande: Um monatlich 1 500 Euro (im Jahr 18 000 Euro) Zinsen zu bekommen, müssen Sie zum gegenwärtigen Ausgabesatz von Bundesanleihen fast eine Million Euro auf dem Konto haben. Erst wenn Sie noch mehr haben, gehören Sie zu den Gewinnern. Die allermeisten Menschen aber verlieren Tag für Tag. 

Fließendes Geld ist die einfache Lösung

Wenn wir keinen Zins und keine Inflation wollen, brauchen wir einen anderen Mechanismus, der die Geldvermögen wieder in den Kreislauf lockt. Dieser Mechanismus ist ein Umlauf-impuls (eine Nutzungsgebühr für Geld), auch „Demurrage“ genannt.“ So heißt die Liegegebühr für Schiffe im Hafen. Sie sorgt dafür, dass die Ladung schnell gelöscht wird, die Schiffe schnell wieder beladen werden und weiter fahren. Und hier ist es eine Parkgebühr für Geld:

Die Zentralbank muss nur eine kleine Stellschraube betätigen und von den Geschäftsbanken verlangen, dass sie eine Gebühr auf Giroguthaben abführen – eine Geldsteuer.
Diese Gebühr wird gestaffelt niedriger, wenn das Geld festgelegt wird und sie entfällt, wenn es langfristig angelegt ist. Im Bargeld gibt zum Beispiel ein Chip oder ein Magnetstreifen darüber Auskunft, bis wann der Schein noch den Nominalbetrag wert ist und wann welche Gebühr zu entrichten ist, damit er ohne Abschlag angenommen werden kann. Die Lesegeräte hierfür können bei der Bank und jedem Einzelhändler stehen. Sie ließen sich auch in unsere Mobiltelefone integrieren. Die Demurrage wird von der Zentralbank so festgelegt, dass sich der Zins auf dem Markt auf Null einpendelt. Wie die Bank ihre Kosten über Gebühren auf Einlagen und/oder auf Kredite deckt, wird der Markt entscheiden.  

Die Zentralbank kann sich jetzt eine Inflation von Null leisten, so dass das Geld absolut wertbeständig ist. Wer aber Geld hat, wird bestrebt sein, die Gebühr nicht zu zahlen. Dazu gibt es drei Möglichkeiten:

1. es ausgeben (für Konsumgüter oder für Investitionen),

2. es anlegen (Banken und Versicherungen werden Angebote dafür entwickeln),

3. es verschenken.

In jedem dieser Fälle fließt es weiter, deshalb auch „fließendes Geld“. Der Geldumlauf verstetigt sich und die Geldmengensteuerung der Zentralbank greift endlich. 

Für die Geschäftsbanken ändern sich nur die Rahmenbedingungen für das klassische Bankgeschäft (Ersparnisse einsammeln und Kredite vergeben), sonst nichts. Sie müssen ihre Angebote an die neuen Bedingungen anpassen, die von der Zentralbank vorgegeben werden.

Das hat es alles schon gegeben

Im frühen Mitteleuropa, etwa von 1150 bis 1450, hat es in ganz Mitteleuropa fließendes Geld gegeben. Auf die Münzen war eine Jahreszahl geprägt. Am Ende des Jahres mussten sie gegen Münzen für das neue Jahr umgetauscht werden. Bei diesem Umtausch behielt der Herrscher 20 Prozent ein. Das war die einzige Steuer. 

Die reichen mittelständischen Unternehmer waren Handwerksmeister. Um die Demurrage nicht zu zahlen, bauten sie große Häuser. Viele wunderschöne mittelalterliche Städte wurden gegründet oder ausgebaut: Colmar, Tübingen, Rothenburg, Regensburg, Passau, Prag, Görlitz, Quedlinburg, Marburg, Xanten, Antwerpen, Luzern, Zürich, Graz, Salzburg und all die unzähligen malerischen Fachwerkstädte überall in Mitteleuropa. Die Kirche wurde durch Spenden reich und baute die eindrucksvollen Dome und Kathedralen – unter anderem die in Köln, Fulda, Straßburg und Freiburg. Die Hanse verwandelte ärmliche Fischerhäfen rund um die Nord- und Ostsee in Oasen blühenden Reichtums: die Hansestädte. Und es waren drei Jahrhunderte, in denen in ganz Mitteleuropa Frieden herrschte.

Nun meinen Sie vielleicht, die Menschen müssten sich kaputt gearbeitet haben, um diese Reichtümer zu erschaffen. Natürlich waren sie fleißig – wir sind es ja heute auch. Aber sie hatten neben dem Sonntag den „blauen Montag“ frei und darüber hinaus gab es über hundert kirchliche Feiertage im Jahr. Der Kulturhistoriker Egon Friedell hat das Leben an den arbeitsfreien Tagen beschrieben: mit Tanz und Gesang, mit Troubadouren und Geschichtenerzählern,  mit Fress- und Saufgelagen. Er hat die üppigen Met-, Wein- und Speisekarten ausführlich zitiert, da läuft einem heute noch das Wasser im Munde zusammen. Eine Zwanzigstundenwoche hat ausgereicht – und sie würde auch heute für uns ausreichen.

Neues Geld ermöglicht uns Fülle

Das neue, fließende Geld vermehrt sich nicht mehr „von selbst“ – nicht mehr durch die Arbeit von anderen. Wer reich werden will, muss mehr arbeiten oder für seine Arbeit besser bezahlt werden. Wo Reichtum nur noch durch Arbeit entsteht, hat das wundersame Konsequenzen:

1. Das Auseinanderdriften von Arm und Reich geht nicht noch weiter. Wir erhalten nach und nach eine ausgewogene Einkommens- und Vermögensverteilung, die die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Menschen spiegelt. Das ist fair.

2. Spekulation kann sich allenfalls als eine Schaumkrone auf den Wellen des Meeres halten – eines Meeres von arbeitenden Menschen und Unternehmen, die den Reichtum erhalten und vermehren.

3. Hohe Einkommensunterschiede destabilisieren nicht länger die Nachfrage. Damit gehört das Auf und Ab von Konjunkturschwankungen der Geschichte an. Die Wirtschaft entwickelt sich stetig und gleichmäßig.

4. Die neue Geld- und Finanzordnung macht langfristige Investitionen rentabel. Unternehmen werden für die Zerstörung der Umwelt von den Finanzmärkten nicht mehr belohnt, wie es jetzt noch der Fall ist. Nachhaltiges Wirtschaften lohnt sich und setzt sich deshalb durch.

5. Kriege zur Erhaltung des „Systems“ sind unnötig und werden deshalb verschwinden. Wir können einer anhaltenden Friedenphase entgegen sehen, in der es der Menschheit gelingen kann, den wunderschönen Planeten Erde in das zu verwandeln, als das er erschaffen worden ist: Ein Paradies für zehn Milliarden Menschen. 

Und was können wir jetzt tun?

Bild rechts: © Uwe Langnickel – Fotolia.com

Die Französische Revolution hat 1789 die Monarchie von unten gestürzt. Der amerikanische Bürgerkrieg hat 1865 die Sklaven von unten befreit. Die Demonstrationen in Leipzig haben 1989 die Mauer von unten eingerissen. Auch die notwendige Umgestaltung unserer Geld- und Finanzordnung wird nur von unten gelingen. „Sobald die Minderheit ihr ganzes Gewicht einsetzt, wird sie unwiderstehlich“, hat Henry David Thoreau geschrieben. Als Leser von raum&zeit sollten Sie zu dieser Minderheit gehören. Ich freue mich auf Sie am 9. Juni in Leipzig! 

Der Autor

Prof. Dr.phil., Dr.rer.pol. Wolfgang Berger,
geb. 1941, 15 Jahre Industriemanager, neun Jahre Ökonomieprofessor, zehn Jahre Unternehmensberater, teilweise langjährige Arbeitserfahrung in Frankreich, Ghana, Indien, Deutschland, Argentinien und USA. Jetzt wissenschaftlicher Beirat der „Resonanzschmiede für Unternehmen“.

Artikel "Warum uns das Zinssystem arm macht" online lesen

Klicken Sie auf folgenden Link um den Artikel online zu lesen:

Artikel online lesen
zur Startseite