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Geld an sich ist praktisch und kann die Wirtschaft befördern. Das ist die eine Seite. Die andere ist, dass Geld die Basis für Machtkonzentration und Ungleichheit ist. Der bekannte Finanzjournalist Ernst Wolff zeigt den Weg des Geldes von der Entstehung als Tauschmittel vor Tausenden von Jahren bis zu den gigantischen Geldkonzentrationen unserer Zeit auf.
Noch nie ist Geld so ungleich verteilt gewesen wie in unserer Zeit. Allein im vergangenen Jahr hat das Vermögen der Reichen dieser Welt um 3,9 Billionen Dollar zugenommen, während der Lebensstandard von 1,6 Milliarden Menschen zum Teil drastisch gesunken ist. Diese Entwicklung hat mit unserem Geldsystem zu tun, wie in diesem Artikel gezeigt werden soll. Werfen wir zunächst einen Rückblick auf die Geschichte des Geldes. Nachdem unsere Vorfahren vor rund 10 000 Jahren sesshaft wurden und mit Viehzucht und Ackerbau begannen, produzierten schon bald einzelne Siedlungen mehr als sie selbst verbrauchen konnten. Man fing an, überschüssige Produkte mit anderen Siedlungen zu tauschen. Damit begann ein neues Kapitel menschlicher Geschichte: der Tauschhandel. Dieser Tauschhandel führte zur Entstehung der ersten Märkte. Mit ihrer Ausbreitung entwickelten sich nach und nach die ersten allgemeinen Tauschmittel, zum Beispiel Muscheln, Perlen oder seltene Steine. Später kamen die Edelmetalle hinzu, die sich mit der Zeit als weitgehend akzeptierte Tauschmittel durchsetzten. Mit der Tauschwirtschaft entstand auch die soziale Ungleichheit. Wer mehr einnahm als andere, wurde aber nicht nur reicher, sondern auch mächtiger und konnte sich so über andere erheben. Fürstentümer und Königreiche entstanden. Einige Machthaber kamen auf die Idee, einzelne Edelmetallstücke in Münzen umzuwandeln, also erstes „Geld“ einzuführen.
Machterweiterung
Diese Münzprägung ermöglichte es denen, die sie betrieben, ihre Macht auf doppelte Weise zu erweitern: einerseits durch Betrug, indem sie zum Beispiel Gold- und Silbermünzen mit weniger teuren Metallen versetzten, zum anderen, indem sie ausgegebene Währungen für ungültig erklärten und ihre Untertanen auf diese Weise enteigneten. Die Münzprägung war also ein historischer Meilenstein: Sie verwandelte ein bis dahin demokratisches Tauschmittel in ein Herrschaftsinstrument. Kein Wunder also, dass man in diesen Kreisen dazu überging, das Geld fortan systematisch zum eigenen Vorteil zu nutzen. Vor allem Fürsten und Adelige gründeten die ersten Banken und machten das Geldverdienen auf diese Weise zu ihrem Geschäft. Das hatte auch Vorteile, denn durch das Geldverleihen wurde die Wirtschaft kräftig gefördert. Der folgenschwere Nachteil: Die Banken konnten ihre Kunden durch die Zinsen verschulden und sie so von sich abhängig machen. Da immer mehr Banken entstanden, die alle ihr eigenes Geld herausgaben, wurde das Finanzwesen schnell unübersichtlicher. Deshalb folgten bald die nächsten großen Schritte in der Geldentwicklung – die Einführung überregionaler Währungen und die Gründung von Nationalstaaten. Bei diesen handelt es sich entgegen der landläufigen Meinung nicht etwa um Gebiete mit gemeinsamem kulturellem Hintergrund, sondern um geographische Räume mit einheitlicher Währung. Ein weiterer Quantensprung erfolgte auf europäischem Boden mit der Einführung des Papiergeldes. Es wurde über lange Zeit an feste Werte, vornehmlich Silber und Gold, gebunden. Der Goldstandard setzte sich schließlich durch und galt im 19. Jahrhundert in Teilen Europas, den USA und diversen asiatischen und südamerikanischen Ländern. Sein Ende wurde zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts eingeläutet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es mit der Entwicklung der Großindustrie zu einem Wettlauf um Rohstoffe, der im Ersten Weltkrieg gipfelte. Um die Rüstungsausgaben zu finanzieren, verabschiedete man sich vom Goldstandard und begann, das Geld zu inflationieren. Die Erhöhung der Geldmenge aber bedeutet Kaufkraftverlust …
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