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Dass unser Geld- und Wirtschaftssystem einige schwerwiegende Nachteile besitzt, pfeifen inzwischen die Spatzen von den Dächern. So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Und Gottseidank ist es alles andere als „alternativlos“. Die Künstlerin Bilbo Calvez, seit Jahren in der alternativen Geld-Szene aktiv und kreativ, schildert ihre Eindrücke, die sie von einigen der unabhängigen Modelle – darunter das afrikanische Ubuntu-System nach Michael Tellinger – gewonnen hat.
Mehr als 25 Jahre lang fuhr ich mit 80 Kilometern/Stunde auf der Autobahn des Lebens. Nur darauf achtend, dass ich rechtzeitig an Treibstoff kam, also ans Geld. Ich starrte geradeaus vor mich hin und sah keine Ausfahrt, suchte allerdings auch nicht danach. Es war nicht besonders aufregend, aber auch nicht besonders schrecklich und es hätte noch jahrelang genauso weiter gehen können. Nun, 2012 geschah doch etwas. Ich wurde von einer Produktionsfirma so unverschämt behandelt, dass ich entschied, den Beruf der Filmschnittmeisterin an den Nagel zu hängen. Also die Autobahn zu verlassen. Ohne GPS und ohne Orientierungssinn. Scheiß aufs Geld, irgendwie werde ich schon überleben. Nachdem ich zwei Kunstprojekte abgeschlossen hatte – „Publik-Privat“ über Gesichts- und Gehirnasymmetrie und „Faces of Love“ über Langzeitliebesbeziehungen – begann ich ab 2014, mich immer mehr mit dem Thema Geld zu beschäftigen. Wie sehr Geld unsere Umwelt beeinflusst, das Leben aller Menschen und aller Lebewesen. Stress und Konkurrenz. Bald kam mir die Überlegung: „Wie wäre es, wenn es gar kein Geld gäbe?“. Ich meine damit nicht, dass wir alle zurück in den Wald gehen und nur vom Tausch leben sollen. Tausch wäre eigentlich auch Geld, nur unpraktischer und komplizierter. Auch gegen die natürliche Neugier des Menschen zu kämpfen, also gegen Entwicklung, Fortschritt und Technik, wäre meiner Meinung nach absurd und könnte nicht von Dauer sein. Nun, als ich zu dieser Zeit diese Idee erläuterte, reagierten die meisten hoch-allergisch, um nicht zu sagen: panisch. Eine klare Vision fehlte. 2014 hielt ich deshalb als „Zeitreisende“ eine Rede vor dem Brandenburger Tor in Berlin, in der ich eine Zukunft beschrieb, die in einer Gesellschaft ganz ohne Geld, Kriege, Grenzen und Regierungen funktioniert.
Die Bärensuppe
So begann das Kunstprojekt „Die Bärensuppe“. Eine vegane „bärliner“ Suppe, wo die Besucher die Zutaten mitbringen und selber kochen. Die Suppe steht als Symbol, mit der die Vision einer geldlosen Gesellschaft in der Praxis geübt werden kann. Gemessen oder verrechnet wird nicht: „Gib in die Suppe, was du kannst, iss davon so viel du brauchst!“ Die Bärensuppe wurde mehr als 50 Mal im deutschsprachigen Raum ausgelöffelt und es gab stets „mehr als zu viel“. Eine Erfahrung der Fülle. Niemand brachte halb vergammeltes Gemüse und niemand versuchte, aus dem Topf seine eigens mitgebrachte Möhre herauszufischen. Niemand machte sich Gedanken darüber, wie sehr sich der Einzelne eingebracht hatte oder wer wie viel von der Suppe aß. Im Rahmen dieser Arbeit entstand eine Reihe von Interviews mit Menschen, die Projekte vorstellten, die uns einer geldfreien Gesellschaft einen Schritt näher bringen und uns wesentliche Erkenntnisse schenkten. Zu meinen Gesprächspartnern gehörte Michael Tellinger, der Gründer der Ubuntu-Partei in Süd-Afrika und der Ubuntu-Bewegung. Zu diesem Zeitpunkt hatte Michael für das Amt des Bürgermeisters in einigen Städte kandidiert, die er jedoch nirgends gewann. Mittlerweile suchen auch andere Menschen nach Städten, wo sie das Modell der Ubuntu-Kontributionismus-Philosophie versuchen können. „One small town can change the world”, deutsch etwa: „Ein Dorf verändert die Welt.“…
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