Soziokratie

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Zusammen sind wir besser

Artikelnummer: th-47-06 Kategorien: ,

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Nicht der Mächtigste oder Lauteste setzt sich in einem soziokratischen Gefüge durch, sondern die Lösung, gegen die nach ausführlichem gemeinsamen Besprechen kein schwerwiegender Einwand besteht. Das stärkt nicht nur das konstruktive Miteinander der Beteiligten, sondern mobilisiert die Schwarmintelligenz und macht das Potenzial der ganzen Gruppe nutzbar. Ist Soziokratie die perfekte Form für Betriebe und Gemeinschaften der Zukunft?

Jedes Sozialgefüge – ob Dorfgemeinschaft, Unternehmen, Bürgerinitiative oder Familie – steht irgendwann vor der Machtfrage. Wer oder was bestimmt? Das Gerangel einzelner Egos oder die Kompetenz aller? Wie kann die kollektive Intelligenz besser genutzt werden? Wie werden mehr Beteiligte motiviert, sich mit dem Ganzen zu identifizieren? Geht das auch im Arbeitsalltag mit realistischem Zeitaufwand? Wie berücksichtigt man in einer demokratischen Entscheidung alle Meinungen, nicht nur die der Mehrheit? – Kurz gesagt: Wie entsteht ein entscheidungsfähiges Wir? Die Frage ist nicht neu. Sozialreformer aller Zeiten entwickelten Antworten darauf, experimentierten mit ihnen, verwarfen sie und fanden neue. Eine pyramidale Hierarchie erwies sich dabei als nicht nachhaltig – irgendwann merken die Befehlsempfänger, dass sie auch mitreden wollen und lehnen sich gegen die Bosse auf. Demokratie mit einfachen Mehrheitsbeschlüssen ist auf lange Sicht unbefriedigend: Beteiligung wird auf ein Handheben oder Kreuzchen-machen reduziert. Entscheidungen sind leicht zu manipulieren und die unzufriedene Minderheit ist vorprogrammiert – man nennt das Politikverdrossenheit. Basisdemokratie mit Konsensfindung zermürbte mit ihren Endlosdiskussionen viele Gruppen und entlarvte sich als Diktatur der Bremser: Jeder konnte Weiterentwicklung blockieren.

Was könnte die Lösung sein?

Aus Kybernetik, Informatik und Quantentheorie kamen verheißungsvolle Ergebnisse: Natürliche und digitale Systeme, die Schwarmintelligenz nutzen sind in vielen Fällen hierarchischen Systemen überlegen. Oder Regelkreise aus der Mechanik zeigen: Technische und biologische Systeme brauchen ständige Auswertung und Rückkopplung. Ganz simples Beispiel sind Heizkessel, Thermostat und Heizkörper: Ohne Regelung durch das Thermostat heizt der Kessel weiter bis zum Platzen. Wie kann man diese Erkenntnisse auf Organisationen anwenden? Wo ist das Thermostat in einem Unternehmen? Antwort: in selbstverantwortlichen Mitarbeitern. Mit dieser Erkenntnis und einer Menge Idealismus entstanden seit den Siebziger Jahren neue „Betriebssysteme“. Eines davon ist die Soziokratie. Sie wird seit etwa zehn Jahren auch in Deutschland in Unternehmen und Gemeinschaften angewendet. Thomas H., ehemaliger Geschäftsführer eines gemeinschaftlich geführten Unternehmens mit etwa 100 Mitarbeitern aus Brandenburg, sagt, die Soziokratie habe sie aus einigen Engpässen geholt. „Wir hatten Dauer-Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung. In Sitzungen gab es immer dieselben zwei oder drei, die zu viel sprachen, und die vielen, die schwiegen. Bei wichtigen Entscheidungen kam es zu einem Schlagabtausch, bis einer sich durchsetzte. Durchgesetzte Entscheidungen sind aber nicht belastbar, denn sie werden nicht von allen getragen.“ Thomas H. lernte die Soziokratie kennen und erkannte gleich ihren Wert. Er und ein kleines Team ließen sich in die Funktionsweise einführen. Soziokratie besteht aus vier Elementen: Die soziokratische Wahl Der Konsent Das Kreisprinzip Die doppelte Bindung Die soziokratische Wahl In der Soziokratie zählen Kompetenz, Einsatz und Verantwortungsbereitschaft mehr als Namen und Posten. In einem soziokratischen Unternehmen zählt jede Stimme, und der einfachste Bürobote oder Nachtwächter kann bei entsprechendem Engagement in ein hohes Gremium aufsteigen. Wie findet man die richtigen Repräsentanten? Durch Wahl. Eine soziokratische Wahl besteht aus drei Runden: In der ersten Runde schlägt jeder reihum offen und transparent einen Menschen vor, den er oder sie in der Position sehen möchte – und begründet die eigene Wahl. In einer zweiten Runde kann jeder im Kreis seine Meinung noch einmal ändern und auf die neuen Informationen eingehen. Jetzt kann man sich auf wenige Kandidaten fokussieren. Vor der dritten Runde macht die Moderation aus allen Nennungen einen Vorschlag – und anschließend kann jeder im Kreis Stellung nehmen, also wählen. Dazu gibt es drei Möglichkeiten: Das Einverständnis, die Enthaltung oder einen schwerwiegenden Einwand. Erhält die vorgeschlagene Person keinen schwerwiegenden Einwand – auch nicht von ihr selbst – ist sie gewählt. Bei einem schwerwiegenden Einwand wird nachverhandelt…..

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