Gedanken zu einem geistigen Neubeginn

1. Teil: Die Suche nach dem Weg

Von Emil Andrej Maco, München – raum&zeit Ausgabe 32/1988

Die tägliche Praxis gibt uns unzählige Beispiele dafür, daß "Betriebsblindheit“ der größte Feind einer jeden Erneuerung sein kann, da jegliche Kritik oder Selbstkritik innerhalb eines Zweckbündnisses nicht nur unerwünscht, sondern auch unmöglich ist. Die Behauptung „Das haben wir schon immer so gemacht“ ist uns allen geläufig. Insbesondere die kreativ Denkenden begegnen auf Schritt und Tritt der Trägheit des menschlichen Geistes.
Im allgemeinen weigert sich der Mensch, seine einmal gewonnene Meinung zu ändern. Handelt es sich um die Meinung einer Gruppe, verhält sich diese jeglicher Veränderung gegen über aggressiv. Das Behüten der „Gruppenwahrheit“ ist nämlich ein Bindeglied jeder sozialen Gemeinschaft. Der Inhalt der Gruppenwahrheit spielt dabei keine wesentliche Rolle. Im Extremfall werden alle Verstöße mit einem Ausschluß aus der Gemeinschaft oder gar mit dem Tode quittiert. Jede Erneuerung verlangt Opfer, gleichgültig auf welcher Seite, bedingt durch die Intoleranz des Menschen.

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