Krishnamurti – eine neue Weltreligion?

Von Renate Meier, Onex, Genf – raum&zeit Ausgabe 65/1993

Sechzig Jahre lang gab Jiddu Krishnamurti Vorträge in England, den USA, der Schweiz und Indien. Obwohl Tausende von Menschen herbeiströmten, haben nur wenige seine Lehre befolgt. Dies liegt daran, daß diese Lehre höchste Ansprüche stellt. Das soll jetzt anders werden. Seit Krishnamurtis Tod im Jahre 1986 erscheinen ständig neue Bücher auf dem Markt. Man versucht, ein breites Publikum anzusprechen. Schritt für Schritt wird das Bild des Meisters aufgebaut – und gleichzeitig seine Lehre verwässert. Was Krishnamurti voraussagte, findet heute statt: Aus seinem geistigen Erbe entsteht eine neue Religion mit allem was dazu gehört. Und dann, sagt Krishnamurti, muß ein anderer Lehrer kommen, dessen Aufgabe es sein wird, die Menschen wieder auf das Wesentliche zurückzuführen. Ein Kreislauf, der sich seit ewigen Zeiten wiederholt.

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