Tötungsrecht für Ärzte?

Bonner Konferenz von "Wissenschaftlern" tendiert zur Euthanasie

Von Erika Feyerabend, Essen – raum&zeit Ausgabe 80/1996

"Ihrem Kind konnte leider nicht mehr geholfen werden, das Behandlungsteam hat beschlossen, die Therapie zu beenden." Das können künftig Eltern und Angehörige hören, wenn das verwirklicht wird, was entmenschte "Wissenschaftler" allen Ernstes auf einer Bonner Konferenz Ende Dezember in Bonn diskutierten. Das Recht der Ärzte zu töten, und zwar durch verhungern! Eine Handvoll faschistoider Ärztefunktionäre und "Bioethiker" in ganz Europa, einschließlich katholischer Theologen (!) wollen dafür sorgen, dass endlich auch in Deutschland wieder – wie damals im KZ – von wissenschaftlichen Frontkämpfern und Un-Ärzten entschieden werden darf, welches Leben lebenswert ist und welches nicht. Nach den Engländern, Iren, Holländern, Belgiern sollen nun die Deutschen an die Euthanasie herangeführt werden. Schließlich waren die Deutschen im Töten stets am perfektesten. Diesmal sind es nicht verquaste Rassentheorien, die das Leben unwert machen, sondern perverses Rentabilitätsdenken, das den Mord am wehrlosen Opfer moralisch rechtfertigen soll.
Erika Feyerabend vom BioSkop-Forum zur Beobachtung der Biowissenschaften hat die Konferenz beobachtet. Es läuft einem kalt den Rücken hinunter, wenn man ihren Bericht liest. Der gleiche Bericht erscheint auch in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift "Die Schwester/Der Pfleger".

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