Remote Viewing – ein fast normaler Vorgang

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Hellsehen ist keine Begabung, die nur einer kleinen, besonders begabten Elite zugänglich ist. Es scheint eine geradezu normale Fähigkeit des menschlichen Gehirns zu sein, mit der universellen „Matrix“ in Kontakt zu treten. Wie man es gezielt macht, ist inzwischen wissenschaftli...
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Remote Viewing – ein fast normaler Vorgang
Von Manfred Jelinski, Ostenfeld – raum&zeit thema Jenseits des Sichtbaren

Hellsehen ist keine Begabung, die nur einer kleinen, besonders begabten Elite zugänglich ist. Es scheint eine geradezu normale Fähigkeit des menschlichen Gehirns zu sein, mit der universellen „Matrix“ in Kontakt zu treten. Wie man es gezielt macht, ist inzwischen wissenschaftlich geklärt. Deutschlands bekanntester Remote Viewing-Autor berichtet über moderne PSI-Forschung.

Durchbruch im Kalten Krieg

Der Durchbruch bei der Entwicklung paranormaler Methoden zur Informationsgewinnung fand natürlich mitten im Kalten Krieg statt. Anfangs war man im Westen skeptisch. Ingo Swann, der hauptsächliche Entwickler der „Hellsehmethode für Jedermann“, schrieb: „Die Meinung der Wissenschaft zum Zeitpunkt, als die Forschungen am SRI (Standford Research Institute) begannen, war einfach: Es funktioniert nicht. Ende der Geschichte!“1
Doch er fährt fort: „Und plötzlich im Jahre 1969 wurden die Nachrichtendienste aufgeschreckt und in Panik versetzt, als sie entdeckten, dass die Sowjetunion genau daran erfolgreich forschte, nämlich an etwas, das es aus wissenschaftlicher Sicht nicht geben durfte.“
Und nur deshalb wurde ein Projekt, das die Quantenphysiker und Laserforscher Harold Puthoff und Russel Targ vorlegten, auch mit vielen Millionen Dollar über 15 Jahre hinweg von den verschiedensten staatlichen Institutionen gefördert.
Gerade dieser lange Zeitraum stimmt bedenklich. Selbst in den USA lassen staatliche Stellen nicht über einen solch langen Zeitraum Gelder fließen, wenn es sich um gequirlten Nonsens handelt. Unabhängig davon installierte man noch mindestens eine militärische Einheit, die sich mit Remote Viewing (RV) beschäftigte. Nach Fort Meade, Maryland, kommandierte man eine Gruppe von „begabten“ Soldaten ab, die dort für die verschiedensten „Dienste“ der USA PSI-Spionage betrieben, und das bis in die neunziger Jahre hinein.2 Bis mindestens zum Ende des ersten Golfkriegs wurden diese Leistungen in Anspruch genommen, bevor die Einheit aufgelöst wurde.

Viel Geld für die RV-Forschung

Daneben wurden noch Projekte am Monroe-Institute und weitere, unkonventionelle „Lehrgänge“ unterstützt. Man schätzt heute den Gesamtaufwand staatlicher Stellen auf 50 Millionen Dollar. Eine sehr hohe Summe, wenn man weiß, dass sie lediglich zur Bezahlung einer kleinen Gruppe von Personen und deren Forschungsmittel verwendet wurde. Und, wie sowohl die „altgedienten“ amerikanischen Remote Viewer Joe McMoneagle als auch Ed Dames süffisant bemerken: Die verschiedensten Auftraggeber wären nicht immer wiedergekommen, wenn die Aussagen der Viewer sie nicht zufrieden gestellt hätten.3 
Leider gibt es über diese Aufträge kaum Berichte. Zum einen war ja alles geheim, zum anderen wurden die Viewer auch selten über das Ziel ihrer geistigen Spionage aufgeklärt. Sie erhielten meist nur ein Foto und sollten dann alles mitteilen, was ihnen dazu einfiel. Zu Zeiten des Vietnam-Krieges handelte es sich vordringlich um entführte Diplomaten, verschwundene Soldaten oder den Zustand der am 4. November 1979 gestürmten Amerikanischen Botschaft in Teheran und oft genug das russische Atombombentestgelände Semipalatinsk.
Nachträglich wurden von der CIA 92 000 Dokumente herausgegeben, die belegen sollten, dass „RV wirkungslos gewesen sei und keinen Einfluss auf die Entscheidung amerikanischer Regierungsstellen gehabt hätte.“4 Wegen der Einstellung von Gesellschaft und besonders der Medienwelt zu PSI an sich wollte hinterher niemand, besonders natürlich Politiker, mit dem Begriff „Remote Viewing“ noch in Zusammenhang gebracht werden. Alle diese Umstände bedeuteten, dass sich Remote Viewing nicht explosionsartig ausbreitete, sondern eher wie etwas aus einer entkorkten Flasche, die man zufällig umgestoßen hatte.

Geheimhaltung

Auch wenn es heute oft anders dargestellt wird, vor 1995 war Remote Viewing Geheimwissen. Öffentlich verbreitet wurde es erst nach dem „Freedom of Information Act“, dem amerikanischen Rundumschlag zur Offenlegung von geheimen Projekten nach dem Ende des Kalten Krieges.
Vorher gab es verschiedene Bücher5, die wie hinter vorgehaltener Hand davon berichteten. Mit Recht. Denn alle Mitarbeiter an den militärischen Remote Viewing Projekten waren zu strengster Geheimhaltung verpflichtet. Sie durften mit Niemanden darüber reden. Harold Puthoff und Russel Targ hielten sich ebenfalls weitgehend daran6, veröffentlichten aber wissenschaftliche Artikel in wissenschaftlichen Publikationen bis hin zu Nature. Wie Targ aber selbst zugibt, „low level“ und im Prinzip basierend auf ihren Untersuchungen von medial natürlich begabten Personen wie Pat Price, Hella Hammid, Joe McMoneagle7, Ingo Swann und Uri Geller.
Später wurde die Meinung ausgegeben, „nicht die Methode war geheim, sondern nur die Ergebnisse.“8 Man verhielt sich sehr vorsichtig mit allem, was man sagte. Erst ab 1995, nach der allgemeinen Bereinigung amerikanischer Geheimhaltungsvorschriften, fühlten sich die Beteiligten ausreichend befreit, um in die Öffentlichkeit zu gehen.9 Dann aber gab es kein Zurück mehr, wie Jim Schabel in seinem ersten, zusammenfassenden Buch „Remote Viewers“10 schrieb: „Die Zahnpasta war aus der Tube.“

Was ist Remote Viewing?

1996 wurde den ersten Deutschen, die in den USA eine RV-Ausbildung gebucht hatten, diese Kurzformel präsentiert: Remote Viewing ist eine Methode, die es ermöglicht, unabhängig von Raum und Zeit, nur durch eine gedankliche Tätigkeit, jede mögliche Information zu bekommen. Das Besondere ist die wissenschaftliche Herangehensweise: Alle Bedingungen sind kontrolliert, neutral, und „natürliche“ Informationsübertragung wird ausgeschlossen. Zum Schluss gibt es einen Abgleich der „Hellseher“-Ergebnisse mit der Realität.
Am Anfang vermutete man für RV eine Begabung, untersuchte also nur Menschen, die das Unerklärliche auf Kommando hin „konnten“. Ausgehend von Studien des französischen Forschers René Warcollier erreichte man aber auch bei normalen Menschen hellsichtige Effekte, indem man versuchte, nachzuahmen, was „Begabten“ beim Hellsehen passierte. Die größte Gefahr für eine gute Trefferquote bei den Eindrücken bildete die ständig lauernde Gefahr, Opfer eines Fantasieproduktes im Denkapparat zu werden.
„Begabte“ wie McMoneagle hatten das im Griff, ohne sich besonders Gedanken darüber zu machen.

Für jeden Normalo erlernbar

Es dauerte ungefähr bis Mitte der 1980er Jahre, bis man durch unzählige Versuche zu Ablaufplänen gelangte, die jedem „Normalo“ die Gelegenheit gaben, ebensolche Fähigkeiten zu entwickeln. So gab es im Laufe der 25-jährigen Forschung verschiedene Stadien, die heute, je nach Fokus auf den Umstand der „Begabung“, alle von Anbietern vertreten werden. Alle reklamieren den Begriff für sich. Die Pole spannen sich daraus resultierend zwischen „Förderung von Begabungen“ und „Ausbildung für Jedermann“. In der Jedermann-Schulung, aber auch für alle, die bei sich eine Begabung vermuten, hat sich in den letzten 17 Jahren in Deutschland ein Ablaufplan bewährt, der durch die Forschungen am Stuttgarter Gehirnforschungsinstitut von Günter Haffelder entscheidend beeinflusst wurde. Dem „Normalmenschen“ eröffnet sich ein ungeahntes Universum und der „Begabte“ lernt von Anfang an, sich und die Ergebnisse optimal zu kontrollieren.

Wie es funktioniert

RV kann auch beschrieben werden als ein bestimmter Zustand im Gehirn, der es ermöglicht, Informationen aus einer Quelle, die man wie C. G. Jung „das kollektive Unterbewusste“ oder auch kurz „die universelle Matrix“ nennen könnte, herüber in das Bewusstsein zu transportieren. Begabte erreichen ihn von selbst, ihr Vorgehen ist schwer übertragbar. Für alle anderen gibt es inzwischen genau erforschte Ablaufpläne.
Sorgfältig geordnete Arbeitsschritte bringen das Gehirn zwangsläufig und kontrolliert in einen Zustand des „Hellsehens“. Was das wirklich bedeutet, ist bis heute nicht vollständig erklärbar, besonders, wie und durch welches Organ der Zugang zur „Matrix“ hergestellt wird. Unter starkem Verdacht steht hier schon seit langem die Epiphyse (Zirbeldrüse), ein bohnengroßes Organ in der hinteren Mitte des Gehirns.
Die ursprüngliche Ansicht der Amerikaner, die den Trainees vermittelt wurde, bestand in der Vorstellung einer „Signallinie“, die ein Viewer zu einer „übergeordneten Matrix“ aufbaut und aus der er sich paketweise Informationen „herunterlädt“.

Ping-Pong mit der Matrix

Nach Messungen im Stuttgarter „Institut für Kommunikation und Gehirnforschung“ von Günter Haffelder und eigenen, langjährigen Erfahrungen kam ich zu dem Schluss, dass diese Vorstellung unbrauchbar ist. Viele Vorgänge während einer RV-Sitzung deuten darauf hin, dass der Kontakt eines Viewers zur „Matrix“ einem ständigen Ping-Pong-Spiel ähnelt. In den besten Phasen einer Session kann das wie in einer Standleitung ausarten: Die Antworten kommen dann schon, bevor der Monitor (Interviewer) gefragt hat.
Haffelder stellte bereits vor 1997 aus eigenem Forschungsinteresse Untersuchungen an PSI-Begabten an. Als dann die Remote Viewer kamen, erkannte er mit Verblüffung11, dass sich die Muster der EEG-Messblätter sehr ähnelten. Und nicht nur das: Die Muster der Remote Viewer waren erheblich klarer und aussagekräftiger als die der „natürlichen Psychics“. Durch die Art der Darstellung kann auch der Laie im Großen und Ganzen nachvollziehen, was der RV-Ablaufplan im Gehirn in Gang bringt: Die Darstellung ist in zwei Hälften gegliedert, die jeweils die Aktivität einer Gehirnhälfte repräsentieren. Sie sind mit „rechts“ und „links“ bezeichnet. Die x-Achse zeigt die jeweilige Taktfrequenz des Gehirns an, hauptsächlich in den alltagswichtigen Bereichen zwischen Delta- und Gamma-Bereich. Die y-Achse repräsentiert die vergehende Zeit des Versuchsablaufes. Die projizierte z-Achse zeigt die Ausprägung.

Rechte Hirnhälfte wird durchgeschaltet

Was sofort auffällt, ist die erheblich stärkere Aktivität der rechten Gehirnhälfte in einer Session, die sich über die Zeitachse hin noch verstärkt. In einer normalen Alltagssituation müssten die Aktivitäten der linken Hemisphäre größer sein bis hin zu einer gewissen Ausgeglichenheit der beiden Seiten. Das ist hier eindeutig nicht der Fall.
Wenn wir die Messungen von Aktivitäten des Gehirns bei anderen Tätigkeiten zum Vergleich heranziehen, wird die These unterstützt, dass sich die linkshemisphärischen Bereiche eher mit rationellen Dingen beschäftigen: Wahrnehmungsorganisation, Entscheidungen, Situationsbewertungen, Ordnungsverhalten. Die linke Hälfte arbeitet seriell, also hintereinander, während die rechte Hälfte nicht so sehr gebunden ist und eher parallel arbeitet.
Für unseren normalen Tagesablauf wäre es sehr ungesund, wenn beide Gehirnbereiche die gleiche Autorität hätten. Deshalb gibt es ein Kontrollprogramm, das den Kontrollinstanzen der linken Hemisphäre die Entscheidung überlässt und den Einfluss der rechten Hemisphäre stark begrenzt.
Aus den Messungen können wir schließen, dass Remote Viewing diese Barriere mindestens teilweise aufhebt, indem die linkshemisphärische, sperrende Aktivität reduziert wird. Die rechte Hälfte beschäftigt sich mit intuitiven Inhalten: künstlerisches Gestalten, übergeordnete Koordinationen, spontane Eingebungen. Die Folge ist, dass Informationen der rechten Hälfte Zugang zum Aufmerksamkeitsbereich finden und benannt oder niedergeschrieben werden können.
Im Alltag ist diese Sperre sehr sinnvoll. Wer auf eine rote Ampel zufährt, braucht Hellsehen am Allerwenigsten. Beachtung von Verkehrsregeln ist hier nützlicher. Deshalb wenden wir Remote Viewing auch in geschützten Situationen an.

Psychoschalter

Im Prinzip veranlasst der gezielte Ablaufplan einer Sitzung das Gehirn zu ständigem Hin- und Herschalten zwischen linker und rechter Hälfte. Der oben beschriebene Zustand stellt sich mit der Zeit durch vielfach wiederholtes Umlegen dieses „Psychoschalters“ ein. Linkshemisphärisch wird die Fragestellung aufgenommen, rechtshemisphärisch wird sie beantwortet, diese Informationen werden vom (seriellen) Schreiben des Viewers festgehalten.
Damit wird nicht nur durch die ständige serielle Tätigkeit die Kapazität der linken Hemisphäre wie bei einem PC bis an die Grenze des Möglichen belastet, auch die Kommunikation zwischen den Hemisphären wird kontrolliert durchgeführt. Mit einiger Übung, was eine Grundanforderung für Remote Viewer ist, lässt sich dieser Zustand immer leichter erreichen. Individuelle Unterschiede sind gering.

Das Problem heißt "Fantasie"

Man sieht, dass das Gehirn, das sich auf diese Prozedur eingelassen hat, nicht mehr zurück kann. Es muss den Vorgaben folgen und die Informationskanäle bereitstellen. Zum Glück findet es auch allein wieder in den „Normalzustand“ zurück, wenn nämlich eine gewisse Ermüdung eintritt, denn Remote Viewing ist wie das Lösen einer Mathematikaufgabe: Nach einer Stunde hat man erstmal genug.  In dieser Zeitspanne sollte man das Zielgebiet ausreichend beschrieben haben oder sonst eine anstehende Frage ausreichend beantwortet, sonst muss eine weitere Session angeschlossen werden.
Das am Anfang der Forschungen noch große Problem, dass ein Remote Viewer „fantasiert“, indem er Eindrücke aus seinem persönlichen Gedächtnis mit einbezieht, kann ebenfalls durch diese „Beschäftigungstherapie“ gelöst werden. Wichtig ist natürlich, dass man solche Fantasieeindrücke auch erkennt. Hier hilft nur die drakonische Lösung, mindestens am Anfang einer Sitzung alle genaueren Bildvorstellungen aufzuschreiben, um sie dann durch Bearbeitung wieder loswerden zu können.

Blick in die Zukunft

Remote Viewer holen sehr viele Erkenntnisse aus der Zukunft. Manche stimmen, manche nicht. Seit Urzeiten gibt es bei Betrachtungen der Zukunft einen Streit zwischen Deterministen und Vertretern der These „Alles ist veränderbar“. Remote Viewer erfahren, dass beide Parteien einen Teil der Wahrheit zum Dogma erhoben haben.
Die natürliche Entwicklung, etwa beim Wachstum, ist dadurch gekennzeichnet, dass es immer minimale Variationsmöglichkeiten gibt, die allerdings große Folgen haben können. Kein Baum sieht wirklich genau gleich aus, aber eine Eiche ist eine Eiche und deren Samen produzieren auch keinen anderen Baum. Ein Asteroid, der auf Kollisionskurs mit der Erde ist, kann hier alles Leben auslöschen. Wird er unterwegs minimal abgelenkt, bleibt alles beim Alten. Entscheidend ist immer, wie wahrscheinlich eine Änderung ist. Hier setzt eine Betrachtungsweise ein, die der gradlinig denkende Mensch sich erst erarbeiten muss.

Lottozahlen und Börse

Eine Voraussage bezieht sich immer auf die Entwicklung der Variablen „Ereignisgröße“ und „Menge der möglichen entscheidenden Ereignisse“.
Beispiele:
1. Lottozahlen sind ungemein schwierig vorauszusagen, weil die Anzahl der entscheidenden Ereignisse zu groß ist und das Ereignis der Kugel an einem Ort zu einer Zeit zu klein.
2. Börse ist ziemlich sicher voraussagbar, weil es wenige wackelige Kleinereignisse gibt, stattdessen Entwicklungsströme. Dass diese den Börsianern unbekannt sind, macht die „Spekulation“ aus, wobei man hier schon sehr griffige Algorithmen entwickelt hat. Was Remote Viewer hier voraus haben, ist die erfahrbare Kenntnis von noch nicht eingetretenen oder publizierten Ereignissen. Die Folgen der Hypothekenblase 2008 hatten Viewer in meinen Projekten Anfang 2007 auf dem Schirm, Fukushima und die Folgen im Herbst 2008.
3. Prophezeiungen sind leicht auszuhebeln oder zu bestätigen. Das ist ein sehr besonderes Thema, in dem Remote Viewer schlecht weg kommen, besonders, wenn sie Recht haben. Das ist kein Widerspruch. Weltuntergangspropheten und Autoren von Horrorszenarien machen Kasse. Wenn Remote Viewer von vornherein sagen: „Tut uns leid, dieses oder jenes sehen wir NICHT!“, so ist das mindestens sehr unsexy.
4. Beratungen für den weiteren Lebensweg mit „wenn … dann“ sind sehr aussagekräftig.
5. Technische Entwicklungen aus der Zukunft zu holen ist mühsam, wenn man sie tatsächlich jetzt schon bauen will. Man muss alle dazu gehörenden Entwicklungen wie zum Beispiel neue Materialien, Miniaturisierungswissen und Produktionsmaschinen ebenfalls „aus der Matrix herunterladen“. Das ist kaum durchführbar. Was Remote Viewer allerdings leisten können, sind Entscheidungshilfen.

Berufliche Möglichkeiten

Vielfach wird über die Möglichkeit gesprochen, als Remote Viewer zu arbeiten, letztlich zum Viewen angestellt zu werden. Das sieht in der Theorie sehr einfach aus: Zwei Stunden Arbeit am Tag und dann Freizeit. In der Praxis stellt sich das völlig anders dar. In den vielen Jahren, seit ich an dem Thema arbeite, habe ich keinen einzigen Menschen kennengelernt, auf den das Berufsbild „Angestellter Remote Viewer“ zutrifft. Und das hat seine Gründe.
Einer davon ist, dass die Arbeitsbedingungen „wie beim Militär“ in der freien Wirtschaft nicht funktionieren. Niemand möchte auf Dauer (und das heißt es ja, wenn man RV als Beruf anpeilt) jeden Tag mit erschütternden existenziellen Problemen oder Börsenkursen konfrontiert werden. Das ist es nämlich, was von der Außenwelt an Remote Viewer zumeist herangetragen wird. Menschliches Mitfühlen am Fließband lässt den Viewer bald als Wrack zurück und wenn Sie auch nur einen Monat lang lediglich Börsenkurse bearbeitet haben, wissen Sie, wovon Sie in Zukunft am wenigsten belästigt werden wollen.

Gefahren fürs Hirn

Ein anderes Problem kommt hinzu: Das menschliche System ist nicht dazu ausgerichtet, jeden Tag für einen längeren Zeitraum hellsichtig zu arbeiten. Man muss auch andere Dinge tun, sozusagen „Ausgleichsgymnastik“ betreiben. (Jeden Tag ein Kilo Schokolade ist auch nicht gesund.)
Wenn man mit einer „Online-Fähigkeit“ geboren wurde, hatte man ein Leben lang Zeit, sich damit einzurichten, oder man landete in der geschlossenen Anstalt. Nach Ansicht RV-kundiger Pfleger, mit denen ich sprach, könnten viele Insassen als geheilt entlassen werden, wenn sie die Sperre gegen die Eindrücke aus der rechten Gehirnhälfte wieder hochfahren könnten.
Allerdings kann ich aus langjähriger Erfahrung auch ein Arbeitskonzept anbieten, in dem Remote Viewing als Lebensaufgabe funktioniert. Hier handelt es sich aber um ein gruppendynamisches System, in dem gegenseitiger Beistand und wechselnde Aufgaben eine große Rolle spielen. Dafür fehlt allerdings bei Auftraggebern (noch) die Akzeptanz. Die momentane Einstellung ist da doch so, dass man Einzelkämpfer haben möchte, die man besser kontrollieren kann.

Der Autor

Manfred Jelinski, geb. 1948, studierte Maschinenbau und Psychologie. Er gründete einen Filmservicebetrieb und produzierte eine Reihe von Kurz- und Kinofilmen. Auf Remote Viewing stieß er 1996. Er begleitete die RV-Grundlagen-Forschungen bei Günter Haffelder, produzierte Videos darüber und bildet seit 1998 im RV-Bereich aus. Jelinski ist Autor mehrerer Bücher, darunter „Tanz der Dimensionen“ (1999), „Schritte in die Zukunft“ sowie der RV-Lehrbücher Band 1-4. 2003 gab er das erste RV-Magazin in Buchform „Die Bar am Ende des Universums“ heraus und war Mitbegründer der RV-Akademie 2007. Er lebt mit Familie an der Nordseeküste nahe Dänemark. Webseiten: www.rv-akademie.com und www.remoteviewing-news.de

Fußnoten

1 Ingo Swann: „For the Remote Viewing record“, erstmals veröffentlicht in Daz Smith RV-Online-Magazin “Eight Martinis”, Iss. 8, Nov.2012, Seite 19
2 Siehe auch die Publikationen von Edward Dames, Joseph McMoneagle, Paul Smith, Lynard Buchanan, David Morehouse u.a.
3 McMoneagle, „Memories of a Psychic Spy”, Dames: “Tell me what you see”, u.a.
4 AIR (American Institutes for Research)-Report von David A. Goslin: „Enhancing human performance: Issues, Theories and Technics”,1995, erstellt auf Nachfrage des US-Kongresses.
5 z. B. Ernst Meckelburg: „PSI-Agenten“, Langen-Müller, 1994. „Remote Viewer“ von Jim Schnabel kam erst 1997. McMoneagle gibt sein Copyright von „Mind Trek“ mit 1993 an, der deutschen Ausgabe von 1998 ist allerdings die Version von 1997 zugrunde gelegt.
6 Russel Targ: „Limitless Mind”, New World Library, Targ und Jane Katra: “Miracles of Mind”, 1999.
7 Dass McMoneagle „in den frühen 80er Jahren“ eine Privatfirma für Parapsychologische Nachforschungen (Intuitive Intelligence Applications) gründete, ist von der Geheimhaltung völlig unbeeinflusst, weil er hier nur, wie viele andere, „mediale Leistungen“ anbot, „Memories of a Psychic Spy“, preface to the 2006 (!) edition. Viel interessanter ist die Gründung von PSITECH 1989 durch Edward Dames und andere Viewer aus „der Einheit“, weil hier tatsächlich Remote Viewing mit dem CRV-Protokoll benutzt worden sein muss, denn ein Teil der Beteiligten, u.a. Dames selbst, hatten es von Ingo Swann gelernt. Wie zwischen den Zeilen öfter mitgeteilt wurde und auch von Jim Schnabel in „Remote Viewers“ (1997) beschrieben, rechneten sich diese Dienstleistungen nicht und die Firmenpartner gingen auseinander. Als Gründe werden finanzielle Auseinandersetzungen beschrieben, einen guten Teil dürften aber auch die gesellschaftlichen Vorbehalte gegenüber „solchen Methoden“ gewesen sein. (Dames, McMoneagle u.a. in ihren Büchern)
8 McMoneagle im Interview mit dem Autor, Hamburg 1998.
9 Die Wahrheit ist aber, dass alle ehemaligen „Kollegen“ sauer auf Ed Dames waren, wegen der kommerziellen Art, wie er diese Veröffentlichung vorantrieb.
Es hatte für sie „nichts Spirituelles“ mehr. (Siehe McMoneagle, Lyn Buchanen u.a.) Diese Kluft hat sich bis heute nur noch weiter verstärkt. In der internationalen (amerikanischen) Remote Viewer-Organisation IRVA, die jedes Jahr in Las Vegas tagt, wird Dames von den meisten immer noch wenig freundlich empfangen. (Wie man in internationalen RV-Chats deutlich mitbekommt.)
10 Jim Schnabel: „Remote Viewers“, Dell Books 1997, deutsch „Geheimwaffe Gehirn“ ,1998 bei Bettendorf. Jim Schnabel
verarbeitete sein Material (viele Video-Interviews) zu einem Film für die BBC 1998: „The real X-Files“
11 Dokumentiert im Video „Erkenntnisse aus dem Unsichtbaren“ von Manfred Jelinski, VHS, 1998

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