Ordnung im Chaos: Die Primzahlen (I)

Von Dr. Peter Plichta, Düsseldorf – raum&zeit Ausgabe 72/1994

Die Diskussion um die Chaos-Theorie ist in vollem Gange und hat sicherlich noch nicht ihren Höhepunkt erreicht. Nun steuert der Düsseldorfer Chemiker und Mathematiker einen besonders fundamentalen Beitrag bei: Er sagt, "auch das Chaos ist strukturiert, und zwar nach dem Primzahlcode". Während die bekannten Chaos- Forscher, wie der Bremer Mathematiker Heinz-Otto Peitgen, fasziniert feststellen, daß mit Hilfe eines Zufallgenerators, der nur über die Zahlen 1, 2 und 3 verfügt, ein Sierpinski-Dreieck entsteht, kann Plichta sagen, warum das so sein muß. Aber noch in anderer Hinsicht bestätigt die Chaos-Forschung Dr. Plichta: Sie beweist, daß in der Natur eine Geometrie vorhanden sein muß und daß die Zahlen real existieren und nicht nur eine Erfindung des Menschen sind. Noch sind sich die führenden Repräsentanten der Chaos-Forschung nicht ganz darüber im Klaren, daß sie an den Grundpfeilern der orthodoxen Mathematik und Physik rütteln, die eine reale Existenz der Zahlen besonders vehement leugnen. Faszinierend jedenfalls, wie sehr sich Chaos- und Primzahlforschung auf dem Weg zu ergänzen scheinen, der zu der völlig neuen Erkenntnis führen könnte, daß die gesamte höhere Mathematik nichts weiter ist, als eine Kostümierung der ganzen und reziproken Primzahlen!

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