Hyperaktivität

Hyperaktivität - Zwischen psychiatrischer Diagnose und pädagogischer Verantwortung

Rainer Pagel - raum&zeit 138/2005

40 000 Kinder in Deutschland schlucken regelmäßig Pillen gegen die so genannte Hyperaktivität. Für den Autor ist dies ein Zeichen dafür, wie sehr sich die materialistische Psychiatrie gegenüber der Pädagogik durchgesetzt hat. Dabei habe sie keine wissenschaftlich abgesicherte Grundlage für ihre Sicht des ADHS-Syndroms. Ist es höchste Zeit, unsere Kinder sanfteren Händen anzuvertrauen?

Es wird kaum einen Lehrer geben, der nicht während seiner beruflichen Laufbahn mit einem Schüler einmal einen Arzt aufsuchen musste. Im Sportunterricht besteht stets eine reale Verletzungsgefahr und während einer Klassenfahrt sieht sich ein Lehrer unverhofft mit der Situation konfrontiert, wegen einer erhöhten Körpertemperatur oder anderer Unpässlichkeiten einen Arzt aufzusuchen. Der Lehrer weiß, dass er für den Knochenbruch oder die Infektionskrankheit kompetente Hilfe von einem Experten außerhalb seines Berufszweiges benötigt: Er externalisiert die Handhabung des Problems an einen kompetenten Mediziner. Dabei kann er auf das Fachwissen des Arztes vertrauen und in der Regel erwarten, dass das körperliche Problem in absehbarer Zeit gelöst sein wird und der betreffende Schüler wieder gesund ist und zum Beispiel wieder am Sportunterricht teilnehmen kann.

Wie sieht es aber damit aus, wenn ein Schüler häufig im Unterricht unruhig ist, anderen Schülern ins Wort fällt oder es kaum erwarten kann, seine Antwort auf eine bestimmte Frage in die Klasse zu rufen? Sind dies Situationen, die eng mit dem Lehrerberuf verbunden sind und deshalb auch vom Lehrer durch pädagogische Maßnahmen zu lösen sind, oder kann er die Lösung dieser Situationen an einen anderen Berufszweig abgeben? Die Tendenz ist heute in einem Teil der Lehrerschaft sehr stark, hier den Arzt auf den Plan zu rufen, um diese Probleme zu lösen. Viele Lehrer wünschen sich im Idealfall pflegeleichte Klassen, die bereitwillig dem Unterrichtsgeschehen folgen. Die Handhabung von auffälligen Schülern wird häufig als zusätzliche und zum Teil als unerträgliche Belastung empfunden und dem Arzt wird das Vertrauen entgegengebracht, hier kompetente Abhilfe schaffen zu können.

Hyperaktivität: wirklich ein Fall für die Psychiatrie?

Das diagnositsche  Raster der Psychatrie

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Eine Krake fängt Kinder und Erwachsene ein

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