Mind Control
Mind Control - Geheimer Angriff auf unser Bewusstsein
Sind unsere Gedanken wirklich frei?
Der Psychologe Heiner Gehring kommt
zu einer erschreckenden Antwort:
Wir werden tagtäglich manipuliert, und
zwar so subtil, dass es kaum jemand
merkt. Wie Medien und unterschwellige
Botschaften unser Denken und
Verhalten beeinflussen und wie wir uns
dagegen wehren können, zeigt
Gehring im ersten Teil seiner Analyse.
Dipl.-Psych. Heiner Gehring - raum&zeit 126/2003
Seit mehr als einem
Jahrhundert werden in
verschiedenen Wissenschaften,
insbesondere in der
Psychologie, Methoden entwickelt,
um Verhalten, Denken
oder Empfindungen von
Menschen zu beeinflussen und
zu steuern. Die Gesamtheit
dieser Methoden und ihre
Anwendung werden als Mind
Control bezeichnet. Mind
Control ist ein Angriff auf die
Freiheit der Menschen. Die
Methoden zur Einschränkung
der Freiheit unterscheiden
sich je nachdem, was gesteuert
und welcher Personenkreis
Opfer werden soll: Propaganda,
unterschwellige Beeinflussung,
Schlaf- oder Reizentzug,
Drogen, Gehirnwäsche, Implantate
oder elektromagnetische
Wellen. In vielen Ländern
dieser Erde, Deutschland
mit eingeschlossen, wird seit
den 50er Jahren teils in militärischen,
teils in zivilen Forschungseinrichtungen
und
Forschungsprogrammen an
der Verfeinerung der Mind
Control gearbeitet.
Im Informationszeitalter, in
dem wir leben, haben die Massenmedien
ihren festen Platz.
Die überwiegende Mehrheit
der Menschen in den industrialisierten
Ländern dürfte
die Information, die sie über
die Vorgänge in der Welt hat,
aus Massenmedien wie Zeitungen
oder Fernsehen beziehen.
Massenmedien sind Plattform
für eine der ältesten
Mind Control-Techniken: die
Propaganda. Propaganda gab
oder gibt es nicht nur in totalitären
Staaten, auch die bürgerliche
Demokratie kennt
Propaganda. Was genau ist
unter Propaganda zu verstehen?
Ziel von Propaganda ist
es, zielgerichtet bei Menschen
Einstellungen oder Gefühle
auszulösen oder zu verstärken,
das Denken zu lenken oder
bestimmte Verhaltensweisen
auszulösen.1 Die Ziele der
Propaganda haben sich im
Laufe der Zeiten verändert.
Doch im Gegensatz zu Unterdrückungsmethoden
vergangener
Epochen ist die heutige
Lenkung von Menschen
zum einen verdeckt und kaum
spürbar. Sie geht langsam und
Schritt für Schritt vor und erreicht
so, dass die meisten
Menschen sich gegenüber der
fortschreitenden Abschaffung
ihrer geistigen Freiheit passiv
verhalten. Zum anderen geschieht
die Lenkung der Menschen
gleichzeitig mit einer
stetig ansteigenden Technisierung
und Entfremdung unserer
Lebenswelt.
Propaganda in Massenmedien
macht sich den Umstand zu
Nutze, dass das Weltbild vieler
Menschen ein Medienbild
ist, in dem nichts wirklich ist,
was nicht in den Massenmedien
aufscheint.2 Dass aber
eben dieses Medienbild der
Welt nur einen Ausschnitt
aus dem tatsächlichen Weltgeschehen
darstellt, ist vielen
Nutzern der Massenmedien
nicht vollständig bewusst. Das
erleichtert die Beeinflussung,
denn Propaganda in den Massenmedien
lehnt sich an das
bestehende Informationsbedürfnis
an und gibt vor, Informationslücken
zu füllen. Was
unterscheidet Propaganda von Nachrichten oder Information?
Lesen Sie nachfolgend
zehn Grundsätze, um eine
Propagandakampagne zu
erkennen:
1 Probleme werden aufgebauscht
oder verharmlost,
unwichtige Einzelaspekte
herausgestellt oder wichtige
Einzelheiten durch eine Flut
nebensächlicher Information
vernebelt;
2 für ein Problem wird ein
einziger Lösungsweg als
richtig und alle anderen als
belanglos hingestellt;
3 Nutzung von Generalisierungen
wie zum Beispiel
„die Politiker“, „unsere
Bürger“, „die Gewerkschaften“;
4 es werden übertriebene Bewertungen
genutzt wie
zum Beispiel „nach strengsten
wissenschaftlichen
Standards“ oder „das umfangreichste
Reformvorhaben“;
5 Nutzung von Polarisierungen
und unzulässigen Vereinfachungen;
6 als Argumente werden extreme
Einzelfälle herangezogen;
7 Erweckung des Eindrucks,
etwas sei bereits weit verbreitet,
wie zum Beispiel
„immer mehr Menschen
sind dafür“ oder „jeder
zehnte Bürger“;
8 an sich wertfreie Worte
werden mit einer anrüchigen
Färbung versehen wie
zum Beispiel „Sozialstaat“
oder „Frührentner“;
9 Behauptungen werden beliebig
und damit logisch
falsch verbunden; und
10 es wird mit Stimmungen
gearbeitet wie zum Beispiel Angst, Unsicherheit,
oder Schuld.
Der letzte Punkt verdient eine
etwas tiefer gehende Betrachtung.
Der Erzeugung von
Angst oder Unsicherheit liegt
oft ein ähnliches Schema zugrunde.
Zunächst werden
scheinbar besorgte Fragen gestellt:
Ist dieses oder jenes
vielleicht schädlich oder gefährlich?
Auf diese Fragen
antworten dann Experten, wobei
es für den Bürger oftmals
unmöglich ist zu erkennen, ob
ein Experte eine unhaltbare
Außenseiterposition vertritt
oder über gesicherte Erkenntnisse
verfügt. Der Wahrheitsgehalt
der Angstkampagne
spielt dabei eine untergeordnete
Rolle. Besser als übertriebene
Darstellung wirkt beständige
Wiederholung des
gleichen Sachverhalts in allen
möglichen Spielarten. Verunsicherungs-
und Angstkampagnen
bedienen sich zumeist
keiner nachvollziehbaren Argumente,
sondern nutzen tief
liegende Urängste. Sind Menschen
durch Propaganda erstmal
verunsichert und verängstigt,
versuchen sie selten, aus
eigener Kraft die Situation
zu klären: Unsicherheit oder
Angst bedeuten Kontrollverlust
für Menschen, und dieser
Zustand senkt das Selbstwertgefühl.
Personen mit gesenktem
Selbstwertgefühl trauen
sich wenig zu, werden aber
gerne Vorschläge annehmen,
damit ihr Selbstwert wieder
steigen kann. Schließlich bieten
Politiker Lösungsvorschläge
an, die der verunsicherte
oder verängstigte
Bürger dann gerne annimmt.
Nach ähnlichem Muster funktioniert
die Schulderzeugung:
Die Schulderzeugung nutzt
einen der einfachsten Gerechtigkeitsstandards:
Wer Schuld
an etwas hat, der hat einen
Fehler begangen und ist verpflichtet,
dafür gerade zu stehen.
Aufgrund der Gesellschaftlichkeit
des Menschen
erhält diese Schuld zwangsläufig
über die tatsächlich oder
vermeintlich schuldig gewordenen
Personen hinaus Bedeutung.
Sie kann in der Gesellschaft
oder in einer ganzen
Nation so etwas wie ein Klima
der Schuld erwirken.3 Wer
zulässt, selbst mit Schuldgefühlen
erfüllt zu werden, ist
nicht mehr frei im Willen: Gedanken
und Verhalten drehen
sich nur noch um die Wiedergutmachung
einer echten oder
vermeintlichen Schuld und
führen zu langfristigem Verlust
des Selbstwertes.
Experten oder Politiker teilen
den schuldig Gewordenen
dann schon mit, wie sie für etwas
gerade zu stehen haben.
Auch Lügen sind ein wichtiges
Mittel der Propaganda. Um
kurzfristig Stimmung für oder
gegen eine Sache zu erzeugen,
sind Lügen über Untaten
des Gegners eines der besten
Mittel. Bis Lügen dieser Art
aufgedeckt werden können, ist
das Ziel, zu dem die Stimmungsmache
diente, zumeist
erreicht.
Menschen sind wehrlos dem
geistigen Würgegriff der Massenmedien
ausgesetzt, Werbung
und Fernsehen oder
Propaganda lenken Denken
und Handeln. Diese weit verbreitete
Meinung ist aber
glücklicherweise nur zur Hälfte
richtig. Es gibt keinen direkten
und zielgerichteten
Einfluss der Massenmedien auf das Verhalten der Menschen.
Fast alle entsprechenden
Forschungsarbeiten der
letzten 20 Jahre zeigen dies.4
Menschen lassen sich durch
Massenmedien also nicht gezielt
lenken und steuern. Aber
Massenmedien prägen und
formen das Bild, das sich
Menschen von der Welt machen.
5 Nachrichten, Talkshows,
Magazinsendungen
und selbst Unterhaltungsfilme
bieten Menschen diejenige Information,
aus denen sie sich
ihre Idee von der Welt zusammenstellen.
6 Je weiter
räumlich, zeitlich oder sozial
ein Ereignis entfernt ist, umso
weniger haben Menschen
die Möglichkeit, etwas aus
eigener Anschauung zu
erleben. Daher ist es nötig,
Information aus Massenmedien
einzuholen. Tiefer gehende
Informationsbedürfnisse kann
der Mensch je nach Interessenlage
mittels Büchern oder
eigenen Studien erfüllen.
Wer dies tut und über ein
Thema, in dem er sich auskennt,
dann in den Massenmedien
etwas liest, wird oftmals
erschreckt feststellen,
wie oberflächlich oder sogar
falsch diese Berichte sind.
Gleiches widerfährt übrigens
auch Menschen, die in den
Massenmedien über ein Ereignis
lesen, das sie selbst miterlebt
haben. Zum Einfluss
der Massenmedien auf das
Bild der Welt gehört auch,
dass sie den Menschen einen
Rahmen aus Themen, Problemen,
Personen, Ereignissen
oder Meinungen anbieten.
Durch dieses so genannte
„Agenda setting“ können die
Massenmedien beeinflussen,
worüber Menschen nachdenken,
sich unterhalten oder
Bücher lesen. Das Denken
wird also nicht direkt gelenkt,
sondern es wird ein Bezugsrahmen
für das Denken
errichtet.7 Glücklicherweise
steht es jedem frei, diesen Bezugsrahmen
zu verlassen und,
anstatt die Feierabende vor
dem Fernseher in den Fängen
der Programmgestalter dahinzudämmern,
selbst bestimmt
die Zeit zu verbringen.
Ob Menschen in dem Bezugsrahmen
der Massenmedien
gefangen bleiben, hängt zu einem
Teil von den Menschen
selbst ab. Denn bei der Beurteilung
des eigenen Umgangs
mit Massenmedien kommt es
leicht zu einem Trugschluss:
Dass andere Menschen von
Massenmedien beeinflusst
werden, wird zugegeben, dass
man aber selbst dieser Beeinflussung
zum Opfer fällt, wird
abgestritten. So denken viele
Menschen auch, Massenmedien
würden hauptsächlich andere
Personen in deren Weltsicht
beeinflussen, man selbst
aber sei dagegen gefeit. Dieser
Trugschluss wird als „Third
Person Effekt“ bezeichnet und
ist in wissenschaftlichen Studien
nachgewiesen.8 Natürlich
liegen diesem Effekt keine
tatsächlichen Unterschiede
zugrunde. Es handelt sich
lediglich um Vermutungen.
Tatsächlich aber hängt der
Grad der Beeinflussung mit
davon ab, wie sorgfältig Menschen
auswählen, was sie lesen
oder sich im Fernsehen anschauen.
Um nicht in einer
Flut unsinniger oder belangloser
Information zu versinken,
können folgende Anhaltspunkte für einen angemessenen
Umgang mit Massenmedien
dienen: Bestimmen
Sie selber, welche Informationen
Ihnen wichtig sind. Nicht
jedes Angebot muss genutzt
werden, nur weil es vorhanden
ist. Widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit
auch der Sprache
der von Ihnen genutzten
Massenmedien. Werden Fakten
vermittelt oder Meinungen?
Welche Quellen werden
genannt? Die „gut informierten
Kreise“ oder „Experten“
müssen nicht unbedingt das
sein, was sie zu sein vorgeben.
Und halten Sie sich immer vor
Augen: Massenmedien stellen
keinen Dienst an der Allgemeinheit
dar, sondern dienen
in erster Linie dem Geldverdienen.
Sie sind so gestaltet,
dass sie sich gut verkaufen,
und nicht, dass sie Sie gut informieren.
Ein durchschnittlicher Mensch
in Mitteleuropa verbringt zusammengenommen
sieben
Jahre seines Lebens damit,
Elektronen hinter einer Glasscheibe
tanzen zu sehen.
Fernsehen ist dermaßen wichtig,
dass nur knapp drei Prozent
aller Bundesbürger keinen
Fernseher besitzen. Ist
das Fernsehen für die anderen
97 Prozent nun eine Gefahr,
oder aber sind es die Fernsehverweigerer,
die hinter der
Evolution zurückgeblieben
sind? Welche Auswirkungen
hat Fernsehkonsum auf die
Menschen? Bei der Beantwortung
dieser Frage sollten
Sie stets im Hinterkopf behalten,
dass fast alles, was es im
Fernsehen zu sehen gibt, den
Zweck hat, damit Geld zu verdienen.
Schließlich leben wir
im Kapitalismus. Fernsehen
hat Auswirkungen auf Denken
und Verhalten von Menschen,
aber es ist noch nicht
vollständig geklärt, welche.
Für viele Medienwissenschaftler
steht fest, dass Weltbild
und Sicht der Dinge stark
vom Inhalt der Fernsehprogramme
beeinflusst werden
können. Fernsehen gibt nur
einen stark gefilterten Ausschnitt
von dem wieder, was
in dieser Welt vor sich geht.
Je länger eine Person täglich
fernsieht, umso mehr hält sie
diesen Ausschnitt für das vollständige
Abbild der realen
Welt.9
So halten beispielsweise Vielseher,
also Personen, die täglich
mehr als drei Stunden
fernsehen, die Konsumgewohnheiten,
die in der Werbung
und auch in Filmen vorgegaukelt
werden, für die
Wirklichkeit. Vielseher denken
auch, dass die meisten
Menschen sich tatsächlich so
verhalten, wie es in der Werbung
vorgespielt wird. Fernsehen
ist also wesentlich mehr
als lediglich ein harmloser
Zeitvertreib. Das Fernsehen
hat das Leben der Menschen,
ihre Sicht, Einstellungen und
Wissen über die Welt grundlegend
verändert.
Die Besonderheit des Fernsehens
zeigt sich auch bei Menschen,
die für das Fernsehen
gefilmt werden.10 Einige Beispiele:
Wenn Politiker für das
Fernsehen gefilmt werden, so
sollte das eigentlich keinen
Einfluss auf deren Verhalten
haben. Sollte es nicht, hat es
aber: Eine Untersuchung der
Universität von Arkansas fand
heraus, dass nicht nur Mimik
und Gestik von Politikern bei
Fernsehauftritten bis ins Detail
inszeniert sind, sondern dass
Abgeordnete ihr Abstimmungsverhalten
ändern können,
wenn die Abstimmung für
das Fernsehen gefilmt wird.11
Im Sommer des Jahres 1957
erschien in einer US-Wochenzeitschrift
ein Aufsatz über
die Nutzung unterschwelliger
Werbung. In dem
Artikel heißt es, dass in
Kinos, in denen nur Sekundenbruchteile
lang
während des Filmes mehrfach
Botschaften wie „Eat
Popcorn“ oder „Drink Coke“
eingeblendet wurden,
der Verkauf von Cola um
18 Prozent und der von
Popcorn sogar um 57 Prozent
gestiegen sei.12 Ebenfalls
1957 erschien ein Buch
mit dem Titel „The Hidden
Persuaders“ („Die geheimen
Verführer“) von Vance Packard.
In diesem Buch behauptet
Packard eine weite Verbreitung
unterschwelliger Beeinflussung.
Sein Buch erregte in
der amerikanischen Öffentlichkeit
großes Aufsehen,
denn die meisten Leser glaubten
Packards Ausführungen,
und seither ist die Angst vor
Werbung oder Propaganda
mittels unterschwelliger Werbung
weit verbreitet.
Zu Recht, wie ich in diesem
Abschnitt zeigen werde. Bei
unterschwelliger Wahrnehmung
handelt es sich um die
Wahrnehmung äußerst kurzer
Botschaften oder Signale, die
vom Menschen zwar nicht bewusst
erlebt werden, die aber
dennoch Denken und Verhalten
beeinflussen kann. Die
Botschaften oder Signale können
sowohl Geräusche oder
Bilder als auch Schrift oder
Sprache sein. Werden solche
Reize mit sehr niedriger Stärke
oder äußerst kurzer Dauer
in Filme oder Musikstücke
eingemischt, dann liegt unterschwellige
Reizung vor. Werden
diese Reize dann unbewusst
wahrgenommen, können
sie das Verhalten von
Menschen beeinflussen können.
Diese so genannte unterschwellige
Beeinflussung ist in sehr vielen wissenschaftlichen
Untersuchungen nachgewiesen
worden. Fasst man die Ergebnisse
dieser Untersuchungen
zusammen, so ergibt sich
folgendes Bild bezüglich der
Möglichkeiten zur Beeinflussung
von Menschen durch
unterschwellige Wahrnehmung
13: Unterschwellige Beeinflussung
ist überall auf der
Welt bei den unterschiedlichsten
Menschen möglich. Beeinflussbar
sind eine Vielzahl
von Verhaltensweisen, Bedürfnissen,
Einstellungen und
Empfindungen. Die Wirkung
unterschwelliger Beeinflussung
kann sogar stärker und
zeitlich länger anhaltender
sein als bei bewusst bemerkter
Beeinflussung. Dies liegt unter anderem daran, dass Menschen
unterschwellige Beeinflussung
nicht bemerken und
sich somit auch nicht dagegen
wehren können.
Die Möglichkeiten, unterschwellige
Wahrnehmung zu
nutzen, sind recht vielfältig.
Eine US-Supermarktkette
hatte Mitte der 80er Jahre in
die Hintergrundmusik ihrer
Supermärkte unterschwellige
Botschaften wie „Do not
steal. Make a lot of shopping“
(„Stehle nicht! Kaufe viel
ein!“) eingebaut. Dadurch, so
die Geschäftsleitung, seien die
Diebstähle deutlich zurückgegangen.
Einige wissenschaftliche
Studien zeigen, wie sich
Politiker die unterschwellige
Beeinflussung zu Nutze machen
könnten 14: So könnte
das Einblenden des Gesichtes
eines Politikers in Fernsehsendungen
seine Wahlchancen
erhöhen. Denn die Ausführungen
eines Politikers
werden zustimmender beurteilt,
wenn sein Gesicht zuvor
unterschwellig dargeboten
wurde. Durch das gleichzeitige
unterschwellige Darbieten
eines Politikergesichtes und
eines unangenehme Emotionen
hervorrufenden Bildes
kann sich diese negative Emotion
auf den Politiker übertragen.
Es ist also möglich, Politiker
mit bestimmten Gefühlen
zu belegen, die schließlich
Einfluss auf das Wahlverhalten
haben können. Dabei
ist den Menschen gar nicht
bewusst, dass sie in ihrer Entscheidung
beeinflusst worden
sind.
Zur unterschwelligen Beeinflussung
bietet sich heute das
Fernsehen an. Tatsächlich sind
seit den 50er Jahren einige Fälle
bekannt geworden, in denen
unterschwellige Botschaften in
das laufende Programm eingemischt
wurden. Sie stammten
aus den USA und Großbritannien.
In den 50er Jahren plante
die CIA den Einsatz unterschwelliger
Beeinflussung, sobald
der Fortschritt der Forschung
dies ermögliche.
In einem CIA-Report über
unterschwellige Wahrnehmung
aus dem Jahre 1958
heißt es: „Ernsthafte Überlegungen
wurden bezüglich
der Nutzung unterschwelliger
Wahrnehmung … zu verschiedenen
Arten der Konditionierung
gemacht. Es zeigte sich,
dass bestimmte Individuen zu
bestimmten Zeiten unter bestimmten
Umständen dazu gebracht
werden können, dass sie
sich, ohne es zu bemerken oder
nur ohne sich dagegen zu wehren,
abnormal verhalten …
Das Ziel liegt also weniger darin,
dass die Person unbewusst
etwas tut, sondern vielmehr,
dass sie nicht weiß, warum sie
etwas tut, sei es nun hervorgerufen
durch Verschleierung der
Auslöser oder durch unterschwellige
Reizung.“15
Die Forschung ermöglicht
inzwischen den Einsatz. Die
CIA wird sich aber hüten, etwas
über den Einsatz unterschwelliger
Beeinflussung zu
berichten. Forschungen zur
unterschwelligen Beeinflussung
wurden
auch in den Staaten des
ehemaligen Ostblocks
durchgeführt. Nach
Aussagen von Igor
Smirnov, Mitglied der
Moskauer Akademie
der Medizin, stellt es
technisch kein Problem
dar, Menschen mittels
unterschwelliger Manipulation
zu den verschiedensten
Verhaltensweisen
zu bringen.
Eingeladen von CIA
und FBI hat Smirnov
1993 in den USA über
die russischen Kenntnisse
unterschwelliger
Beeinflussung referiert.
Bereits 1994 hat das FBI dann
diese Kenntnisse eingesetzt,
als sie die Farm der Glaubensgemeinschaft
der Davidianer
in Waco belagerte: Die Stimme
Gottes, die der Leiter der
Davidianer zu hören glaubte,
war in Wahrheit die Stimme
des FBI. 16
In Deutschland könnte es
auch Versuche unterschwelliger
Beeinflussung im Fernsehen
geben. So berichteten
mir im Medienbetrieb Tätige
hinter vorgehaltener Hand,
sie hätten schon öfter beim
Schneiden von Fernsehsendungen
zufällig Bildsequenzen
entdeckt, die eindeutig nicht
dort hineingehörten. Unterschwellige
Beeinflussung im
deutschen Fernsehen? Eine
beunruhigende Vorstellung!
Ob sich Wirtschaft oder Politik
tatsächlich dieser Methoden
bedienen, kann nicht
eindeutig bejaht oder verneint
werden. Aber der einzige
Weg, sich vor dieser eventuellen
Beeinflussung zu schützen,
liegt in einer Veränderung des
Systems und einer Abkehr
von den Mainstream-Medien.
Im zweiten Teil können Sie
mehr lesen über die verdeckten
Menschenversuche der
Geheimdienste: Gehirnwäsche,
Implantate und Verhaltenssteuerung
durch elektromagnetische
Wellen.
Jahrgang 1963, nach Abitur
und Wehrdienst Studium
der Psychologie an den
Universitäten Bielefeld,
Salzburg und Osnabrück.
Bis zum Jahr 2000 wissenschaftlicher
Mitarbeiter an
der Universität Osnabrück,
seitdem im Bereich Marktund
Meinungsforschung
tätig. Seit 1997 Veröffentlichung
wissenschaftlicher
und populärwissenschaftlicher
Bücher und Aufsätze
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