raum&zeit Ausgabe 145

Januar/Februar 2007

Jubiläums-Special
20 Jahre raum&zeit

Wissenschaftlich bewiesen
Planeten zeichnen kosmische Mandalas

Unerfüllter Kinderwunsch
Was Körper und Seele fehlt

Nachhaltiges Wirtschaftsmodell
Warum Zinsen doch kein Übel sind

Ken Wilbers
Wegweiser zur richtigen Psychotherapie

Editorial: 20 Jahre – Wir haben was erreicht!

Kinder wie die Zeit vergeht! Sie halten die Jubiläumsausgabe „20 Jahre raum&zeit im ehlers verlag“ in den Händen. 20 Jahre sind Grund genug, diese Ausgabe mit einer Sonderbeilage zu schmücken, die Sie, liebe Leser, auch mitgestaltet haben. An dieser Stelle herzlichen Dank für die zahlreichen Zuschriften, die wir (aus Platzmangel) nur zum Teil veröffentlichen können. Jede der Zuschriften wird noch mit einem kleinen Dankeschön aus unserem Hause honoriert. Wir selbst haben auch zurück geblickt: Wie fing alles an? Was hat unser „anderer Journalismus“ bisher erreicht? Lesen Sie mehr in der Jubiläumsbeilage.

Gut zwei Jahre, nachdem der ehlers verlag gegründet wurde und wir die raum&zeit gekauft hatten, fiel die Mauer in Deutschland. Ein einschneidendes Ereignis für unser Land. Das, was bei meinen Kindern im Schulatlas noch ein weißer Fleck war, nahm plötzlich Gestalt an. Und mit ihm wurde eine neue Welt eröffnet, die für Westdeutsche früher kaum existierte, da sie nicht zugänglich war. Es war etwas passiert, was vor ein paar Jahren noch unvorstellbar war.

Ähnlich geht es mir, wenn ich an die Anfänge von raum&zeit zurückdenke. Selbst ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass sich viele Dinge etablieren würden, so wie es heute geschehen ist. In den 80ern, 90ern galt jeder sofort als esoterischer Spinner, der ein Pendel oder eine Rute in die Hand nahm. Es gab oft harsche, zum Teil beleidigende Kritik aus den verschiedensten Reihen. Die Toleranz ist größer geworden. Es gibt heute kaum jemanden, der es nicht schon mal mit Homöopathie versucht hat. Unser krankes, unbezahlbares Gesundheitssystem kann auch nur mit Naturmedizin gesunden und vor dem endgültigen Kollaps bewahrt werden.

Aber auch in anderen Wissenschaftsgebieten, wie zum Beispiel in der Physik ist „anders denken“ inzwischen erlaubt. Einstein darf in Frage gestellt werden und es gibt sogar einen Lehrstuhl für Quantenphysik.

Dennoch können wir uns nicht entspannt zurücklehnen. Die Pharmaindustrie sieht durch das wachsende Interesse an der Naturmedizin ihre Umsätze schmelzen. Deshalb werden mit immer effektiveren Methoden neue Ängste geschürt, meistens auf der emotionalen Ebene, selten auf der fachlichen! Vermutlich gibt es in der Pharmabranche mittlerweile mehr Psychologen in der Marketingabteilung als Wissenschaftler in der Produktion. Umso schwieriger wird es manchmal, der Gehirnwäsche entgegen zu wirken.

Eine aktuelle Meldung zum Thema „erfundene gesundheitliche Risiken“ ist das Medien-Windei Zimt. Dieses uralte Gewürz soll nun plötzlich höchst gesundheitsgefährdend sein. Jetzt will man uns auch noch den Genuss von herrlichem Zimtgebäck in der Weihnachtszeit vermiesen! Das Ganze geht zurück auf uralte Studien, deren Aussagen mehr als fragwürdig zu bezeichnen sind. Und viele Journalisten schreiben, ohne eigene Recherche, die Pressemeldungen ab. Kaum einer fragt nach der Studie und wird stutzig, wenn er seltsame Antworten erhält. Wir haben das für Sie übernommen (lesen Sie dazu hier mehr).

Du bist, was Du isst. Ernährung ist eines der umstrittensten Themen überhaupt. Die Schulmedizin negiert weiterhin die Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit mit dem Lieblingstotschlagargument: „Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die das belegen.“ – Ja, warum gibt es denn keine? Weil sie keiner gemacht hat? Weil sie keiner machen will? Weil sie jemand in der Schublade versteckt hat? Weil vielleicht was rauskommt oder rausgekommen ist, was die Industrie nicht hören will? Wenn sich aber der Patient nach erfolgreicher Ernährungsumstellung von seinen Symptomen befreit sieht und sich pudelwohl fühlt, ist es ihm dann nicht egal, ob es eine wissenschaftliche Studie gibt oder nicht?

Unser Artikel in raum&zeit Nr. 144 über den kritischen Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln, hat eine wahre Flut von Kritik über unsere Redaktion hageln lassen. Um ehrlich zu sein: Wir waren ein bisschen geschockt darüber, welche Ernährungsdogmen auch in der Naturmedizin noch existieren, die wohl scheinbar genauso unantastbar sind wie der Impfmythos!
Hierzu seien nur zwei grundlegende Überlegungen angemerkt: Die Dosis macht die Arznei. Man muss unterscheiden, ob der Körper gerade krank ist und ein Mangel vorliegt oder nicht. Ein gesundes System braucht keine zusätzlichen Nährstoffe, es hat schon alles, drum ist es ja gesund. Oft wurden wir gefragt, was ist denn nun die „Wahrheit“? Die Wahrheit ist, es gibt keine alleinige Wahrheit, weil jeder Organismus anders ist. Das Einfachste ist immer noch, individuell auszutesten und auszuprobieren. Wenn Sie dann „Ihre Wahrheit“ in Sachen Ernährung und Nahrungsergänzung gefunden haben, Herzlichen Glückwunsch! – Diese Wahrheit kann für andere sehr interessant und wichtig sein, muss sie aber nicht (lesen Sie hierzu auch Seite 50).
In diesem Sinne, bleiben Sie wachsam, kritisch, aber auch tolerant! Wir sind es auch!

Herzlichst Ihre
Käthe Ehlers

zur Startseite