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raum&zeit Ausgabe 202

Juli/August 2016

Magnetkraftforschung
Antrieb aus dem Nichts

Epigenetik beweist
Glyphosat schädigt Erbgut

Histamin-Intoleranz
Unbekannte Ursache zahlreicher Symptome

Panama Papers
Täuschungsmanöver der USA

 

Das Inhaltsverzeichnis der raum&zeit Ausgabe 202 finden Sie hier

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Editorial: Von Giften und Genen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

"Haltet die Welt an, ich will aussteigen“ war ein viel zitierter Sponti-Spruch Anfang der 1980er Jahre. War es damals mehr die Angst vor einer atomaren Eskalation des Kalten Krieges, so kommt mir dieser Spruch heute vor allem deshalb wieder in den Sinn, weil mir angesichts der fortschreitenden Zerstörung unserer Lebensgrundlagen einfach nur angst und bange wird. Welche nachhaltigen Folgen Umweltgifte für Mensch, Tier und Natur haben können, sollte doch eigentlich seit dem desaströsen Einsatz von Agent Orange oder DDT mehr als klar sein. Dennoch entwickeln und verkaufen Chemiekonzerne wie Monsanto, Bayer, Syngenta und Co. weiterhin fleißig Pestizide, Fungizide, Herbizide, Insektizide und Turbodünger für Landwirtschaft und Hobby-Gärten.
Sicher verfolgen auch Sie in den Medien die aktuelle Debatte um die Wiederzulassung von Glyphosat in der EU. Zahlreiche Umweltorganisationen und NGOs wie BUND Naturschutz, das Umweltinstitut München, Campact, Foodwatch, wemove.eu, Greenpeace, NABU, regenwald.org u.v.a.m. setzen sich mit all ihrer Kraft ein, um unseren Volksvertretern und vor allem unseren Regierungsvertretern klar zu machen, dass wir – das Volk – uns nicht länger vergiften lassen wollen. Politiker aller Couleur leiden offenbar unter einer „Hypakusis voce populi“ – eine Form von Schwerhörigkeit, bei der insbesondere das Hören der Stimme des Volkes nicht funktioniert, wohingegen die Einflüsterungen der Lobbyisten aus der Industrie immer bestens verstanden werden.
Im Artikel „Botulismus durch Pflanzengift?“ stellt Volker Gross die Forschungsergebnisse von Prof. Lorenzen vor, der diese in den letzten Jahren zunehmend auftretenden Fälle von chronischem Botulismus mit großer Wahrscheinlichkeit als Folgen einer Glyphosat-Vergiftung erkannt hat. Von diesem dramatischen Rindersterben sind oftmals ganze Tierbestände betroffen, wie es mittlerweile in zahlreichen Filmdokumentationen zu sehen ist. Doch Glyphosat ist natürlich nicht das einzige Umweltgift mit nachhaltigen Folgen. In einem besonders hohen Maße kommen Ackergifte in Brasilien zum Einsatz. Da macht es doch stutzig, dass just in diesem Land als Ursache für die rätselhafte Zunahme von Mikrozephalie-Erkrankungen bei Neugeborenen gleich mal wieder ein Virus als Alleinverursacher herhalten muss. Hans U. P. Tolzin stellt in seinem Beitrag „Das Zika-Virus. Neues aus der Epidemienschmiede“ kritische Fragen.

Zu den nachhaltigen, gesundheitlichen Folgen der vielen Umweltgifte hat auch die Epigenetik neue, erschreckende Erkenntnisse gewonnen. Kurt Blüchel erklärt in „Umweltgifte schädigen Embryo“ wie Gifte nicht nur den eigentlichen „Konsumenten“, sondern auch die nachfolgenden Generationen schädigen können, weil epigenetische Regulatoren die Gene des ungeborenen Kindes verändern.
All diese Informationen können schon ein Gefühl von Endzeit-Stimmung aufkeimen lassen. Der Größenwahn und die menschliche Hybris offenbaren sich auch in der Ideologie des Transhumanismus. Auch dazu wieder ein spannender Artikel („Mensch 2.0 – Die Folgen transhumanistischer Allmachtsfantasien“) in dieser raum&zeit, diesmal von Manfred Jelinski. Ist unsere Epoche zeitgeschichtlich vergleichbar mit der Dekadenz und dem darauf folgenden endgültigen Ende des Römischen Reiches? Vor allem als Mutter hoffe ich, dass in der Gattung Mensch doch noch so viel Vernunft und Liebe zum Leben steckt, dass es gelingt, dem Wahnsinn rechtzeitig ein Ende zu setzen.

Und wenn nicht, dann bleibt wohl doch nur „das Aussteigen aus dieser Welt“. Vielleicht mit der nach Science-Fiction klingenden neuen Antriebs-Technik des Nassikas Thrusters, entwickelt vom Maschinenbauer und Elektrotechniker Prof. Dr. A. Nassikas? Unser Autor Dr. Paul LaViolette stellt in „Der Nassikas Thruster: Ein ,unmöglicher‘ Antrieb“ diesen im Jahr 2015 in den USA patentierten Antrieb vor, der auf der besonderen magnetischen Eigenschaft eines Supraleiters basiert.
Lieber würde ich aber unseren wunderschönen Planeten auch für unsere Kinder und Kindeskinder bewahren. Darum sollten wir die Augen und Ohren offen halten und rechtzeitig und laut unsere Stimme erheben, wenn die politischen Entscheidungsträger ganz nach römischer „Brot und Spiele“-Manier zum Beispiel die Fußball-EM nutzen, um möglichst ungestört von medialer Aufmerksamkeit Glyphosat schlussendlich doch noch auf die Schiene zu schicken.
Lassen Sie uns wachsam sein und unsere Kräfte bündeln!

Ihre

Susanne Ehlers

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