Ost und West am Scheideweg

Von Renate Meier, Onex, Schweiz – raum&zeit Ausgabe 46/1990

Während westdeutsche Unternehmungen Industrieanlagen in Naturschutzgebieten der DDR planen (Opel) und spätkapitalistische Grundstückshaie aufkaufen, was sie bekommen können, wächst die Betroffenheit nicht nur in der DDR über diese Entwicklung. Idealistische Menschen haben in der DDR und in Osteuropa teilweise unter Einsatz ihres Lebens 40 Jahre alte verkrustete Strukturen des Stalinismus aufgebrochen. Jetzt müssen sie mit ansehen, wie ein korruptes stalinistisches System durch ein korruptes kapitalistisches System ersetzt werden soll. Das kann nicht der Sinn ihrer friedlichen Revolution gewesen sein. Der Ruf „Wir sind das Volk“ wurde im Westen nur so lange beklatscht, solange er gegen die roten Diktatoren wirkte. Jetzt ist vom Volk schon lange keine Rede mehr. Uber die Frage der wirklichen Gemeinsamkeiten von Ost und West hat sich Renate Meier in dem nachstehenden, ausgezeichneten Essay Gedanken gemacht. Es ist die Frage nach dem gemeinsamen ökologischen Überleben.

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