Der große Bauern-Report (I)

Von der Vernichtung eines Standes: Wie alles begann

Von Siegfried Prumbach, Kescheid – raum&zeit Ausgabe 92/1998

Das, was wir bisher unter Landwirtschaft verstanden haben, wird es sehr bald nicht mehr geben. Immer mehr Bauern müssen aufgeben. Die „Strukturreform“, die „Europäisierung“, die „Weltwirtschaft“ und was den hilflosen Politikern sonst noch an Ausreden einfällt, sind angeblich schuld daran, daß es täglich weniger Bauern gibt. Und das auf der ganzen Welt. Dabei tun die Politiker so, als sei diese Entwicklung ein unwiderrufliches Schicksal, sozusagen gottgegeben. Tatsächlich aber wird diese Entwicklung weltweit seit den 60er Jahren ganz bewußt von der Petrochemie und den daran hängenden Chemie- und Pharma-Konzernen gesteuert. Die Gentechnik ist der Schlußstein dieser Entwicklung. Sie ermöglicht den endgültigen Würgegriff um alles Leben auf dieser Erde. Vom Samen bis zur Pflanze, zum Tier, zum Menschen und jede Entwicklungsstufe, die dazwischen liegt, wird in sehr naher Zukunft von ganz wenigen weltweit operierenden Multis kontrolliert werden, wenn wir nicht ganz schnell aufwachen und den Bauern helfen. Ihr Berufsstand soll vernichtet werden. Er steht der Gentechnik und ihren Zielen im Wege. Die meisten Bauern haben das noch nicht begriffen. Weil sie sich seit Jahrzehnten von Politikern und Verbandsfunktionären vertreten lassen, die kein Interesse am bäuerlichen Familienbetrieb haben. Der große Bauern-Report in raum&zeit wird aufklären. Er wird wieder bewußt machen, daß jeder/jede von uns letztlich von Bauern abstammt. Es ist an der Zeit, sich daran zu erinnern. Denn jetzt brauchen die Bauern unser aller Hilfe. Wir helfen damit uns selbst.

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