Der Stress und seine Bewältigung

Von Heinz H. Mölleken, Duisburg – raum&zeit Ausgabe 35/1988

Der Ausdruck „psychosomatisch“ bedarf einiger Erläuterungen. In der konventionellen Medizin bezeichnete er eine Störung, für die keine eindeutig diagnostizierte organische Grundlage erkennbar ist. Die konventionellen Mediziner neigen in ihrem Vorurteil dazu, derartige „psychosomatische Störungen“ für pure Einbildung zu halten. Der moderne Mediziner verwendet den Begriff anders. Er leitet ihn ab aus der Erkenntnis eines fundamentalen Zusammenhanges zwischen Geist und Körper in allen Stadien von Gesundheit und Erkrankung. Wollte man irgendeine Störung als rein psychisch verursacht sehen, dann wäre das genauso reduktionistisch wie der Glaube, es gebe rein organische Krankheiten ohne jede psychische Komponente. Forscher und Kliniker werden sich heute mehr und mehr dessen bewußt, daß praktisch alle Störungen psychosomatisch in dem Sinne sind, daß bei ihrer Verursachung, Entwicklung und Heilung das ständige Zusammenspiel von Geist und Körper mitwirkt.

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