Stressinduzierte Suppression der zellulären Immunreaktionen

Ein Beitrag zur neuroendokrinen Steuerung des Immunsystems

Von Prof. Dr. med. Alfred Hässig, Prof. Dr. med. Liang Wen-Xi, Dr. med. Kurt Stampfli – raum&zeit Ausgabe 83/1996

Die Aufgabe des Immunsystems besteht in der Aufrechterhaltung der genetisch determinierten Individualität des Organismus. Diese Aufgabe umfaßt zwei Bereiche: Erstens die Elimination von exogenen, das heißt körperfremden „Not Self“-Strukturen und zweitens die Verarbeitung von endogenen körpereigenen „Altered Self“-Strukturen, wie sie beim steten Umbau der zellulären Elemente des Organismus in großer Menge anfallen (1). Die Elimination exogener „Not Self“-Strukturen ist nach neueren Auffassungen in erster Linie Aufgabe der B-zellgebundenen humoralen Immunreaktionen. Die Verarbeitung endogener „Altered Self“-Strukturen ist hingegen die primäre Aufgabe der an zytotoxische T-Zellen und an Natural Killer-Zellen gebundenen zellulären Immunreaktionen. Immunologische Gesundheit beruht auf dem harmonischen Zusammenwirken der humoralen und zellulären Immunreaktionen.

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