Ausstieg aus dem Selbstmordprogramm des Kapitalismus

Von Sol Lyfond, Köln – raum&zeit Ausgabe 72/1994

Frischer Wind bläst aus der Kulturstadt Köln (die München längst den Rang abgelaufen hat) in den Herbst des Kapitalismus. Dieser Wind erzählt ein Lied davon, was nach dem bevorstehenden Crash-Winter als Frühjahr zu erwarten ist: Die Talentskulptur – ein alternatives Geldsystem zur Förderung von Kreativität! Eine Gruppe junger, begabter Künstler – zu denen der Autor dieses Beitrags gehört – haben erfaßt, daß das kapitalistische System jede Form nicht zweckgebundener Kreativität lähmt wie Mehltau den Pflanzenwuchs. Sie haben auch erkannt, daß dieses Geldsystem die Menschheit immer brutaler und zugleich hoffnungsloser macht, ja, daß es sich beim Kapitalismus genau genommen um ein Selbstmordprogramm handelt. Und die jungen Künstler haben auf Abhilfe gesonnen. Ihre Lösung des Problems: Die Talentskulptur. Damit man dieses Projekt richtig verstehen kann, haben die Kölner erst einmal das Problem Kapitalismus bewußt gemacht. Mit eindrucksvollen und überzeugenden Aktionen wie "Saubere Kohle", "Hefe und Knete", "Credo und Credit" usw. Aber lesen Sie selbst.

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