Den Staat nicht mit der Gesellschaft verwechseln

Von Prof. Dr. jur. Walery Rykunov, Moskau – raum&zeit Ausgabe 65/1993

Wir können es jeden Tag in der Zeitung lesen: Die Staatskrisen in aller Welt häufen sich. Im Westen (Italien, Südamerika), im Osten (Jugoslawien, die zerfallende Sowjetunion), im Süden (Südafrika), um nur einige Beispiele zu nennen. Es wird Zeit, darüber nachzudenken, ob der Staat als Verwaltungsform der Gesellschaft, der auch in Deutschland immer autoritärere Züge zeigt, überhaupt noch seine Berechtigung hat. Oder ob es nicht bessere Formen, zum Beispiel die regionale Selbstverwaltung, gibt. Ein Staatsphilosoph, dem man sehr viel Unrecht getan hat, weil er mit dem Begriff Anarchie diffamiert wurde, der Russe Michael Aleksandrowitsch Bakunin, kommt in diesem Beitrag zu neuen Ehren. Der Autor, der russische Staatsrechtier Rykunow, sucht anhand der wissenschaftlichen Analysen Bakunins nach völlig neuen Wegen aus den Staatskrisen. Denn Lösungen können nur gefunden werden, wenn alles Bestehende zunächst einmal in Frage gestellt wird. Der Beitrag des russischen Staatsrechtiers weist weit in die Zukunft, insofern ein echtes raum&zeit-Essay.

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