Brustkrebs-Screening: Ein Glücksspiel mit mehr Verliererinnen

Von Dr. med. Johannes G. Schmidt, Einsiedeln, Schweiz – raum&zeit Ausgabe 84/1996

Der Autor ist in raum&zeit schon mehrfach zu Wort gekommen, weil er in unnachahmlicher Weise die Defizite der orthodoxen Medizin aufzeigt („Die Cholesterin-Angst und andere Torheiten der orthodoxen Medizin“, r&z Nr. 77, „Schwangerschaft und Ultraschall: Vorsorge, die keine ist“, r&z Nr. 83). Den nachfolgenden Vortrag hielt er am 29. Juni 1996 auf der Jahresversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, weshalb er gelegentlich auch Schweizer Verhältnisse anspricht. Trotzdem ist der Vortrag beispielhaft für eine längst überfällige Diskussion der Ärzte untereinander, der Ärzte mit der Gesundheitsbürokratie, der Ärzte mit den Patienten/innen, der Politiker mit den Ärzten, der Patienten mit den Politikern usw. Die bisherige Sichtweise jedenfalls, bei der der menschliche Organismus von der Medizin-Industrie wie ein Markt betrachtet wird, in dem es gilt, so viel und so profitabel wie möglich zu verdienen, ohne Rücksicht darauf, ob das dem Patienten, der Patientin nützt oder nicht, diese Sichtweise dürfte überholt sein, denn sie ist nicht mehr zu finanzieren. Am Beispiel Brustkrebs-Screening zeigt Dr. Schmidt die Sinnlosigkeit einer „neuen Theologie der Absicherungsmedizin“.

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