Neutrino oder der Logarithmus der Zahl Null (II)

Von Dr. Peter Plichta und Bernhard Hidding, Düsseldorf – raum&zeit Ausgabe 112/2001

Wie man den wissenschaftlichen Zeitschriften entnehmen kann, "sausen pro Sekunde 60 Milliarden Neutrinos durch jeden Quadratzentimeter unseres Körpers, ohne dass wir das Geringste spüren". Wen wundert es da, dass diesem sonderbaren Teilchen geradezu märchenhafte Eigenschaften und Wirkungen nachgesagt werden. Das Teilchen hat die Massenzahl Null. Weil dies aber für viele Wissenschaftler zu befremdlich erscheint, wird ihm vielfach eine Masse zugeschrieben, die unterhalb jeder Messgenauigkeit liegt und so nicht der Überprüfbarkeit unterliegt: "Die unscheinbaren Partikel sind mehr als 1 Million mal leichter als die ohnehin schon winzigen Elektronen" ("Die Woche", 20.4.01). Es wird Zeit, dass dieser Unsinn mit mathematisch-logischen Mitteln abgestellt wird. Die Ziffer Null ist Grundlage jeden Stellenwertsystems. Erst mit ihrer Einführung im 15. Jahrhundert wurde die Voraussetzung dafür geschaffen, dass Leibniz und Newton im 17. Jahrhundert die Differential- und Integralrechung entwickeln konnten. Dabei hat man sich über das Wesen der Zahl Null lediglich im Sinne eines verschwindend kleinen Grenzübergangs Gedanken gemacht.

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